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Am internationalen Tag des Wassers warnen Umweltschützer vor Verseuchung der Flüsse

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22.03.2006

(Foto: Pixelquelle)
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Schanghai - Weltweit haben 1,1 Milliarden Menschen keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser, weiteren 2,6 Milliarden fehlen sanitäre Einrichtungen. Überschwemmungen und Dürreperioden kosten mehr Menschen das Leben als jede andere Naturkatastrophe, Wasserepidemien wie Typhus töten jeden Tag tausende Kinder: Auf diese und viele andere Probleme rund um das kostbare Gut haben die Vereinten Nationen am Mittwoch, dem internationalen Tag des Wassers, aufmerksam gemacht.

Die Organisation der Vereinten Nationen für Bildung, Wissenschaft und Kultur (UNESCO) hofft auf ein besseres Verständnis des traditionellen Wasser-Managements, von dem auch die modernen Gesellschaften profitieren könnten. «Der Umgang mit dem Wasser ist eine Frage der Kultur und der Technik und spiegelt wider, wie Menschen und Gemeinschaften ihr Verhältnis zur Natur betrachten», erklärte UNESCO-Generaldirektor Koichiro Matsuura zum Tag des Wassers. «Von prähistorischen Zeiten bis heute hat der Umgang der Menschheit mit dem Wasser die Zukunftsfähigkeit von Gesellschaften stark beeinflusst.»

Ausstellung über Wasserverseuchung vom WWF zum Internationalen Tag des Wassers, 22. März in Shanghai/ China. (AP Photo/Eugene Hoshiko)
Ausstellung über Wasserverseuchung vom WWF zum Internationalen Tag des Wassers, 22. März in Shanghai/ China. (AP Photo/Eugene Hoshiko)

Heute leben 75 Prozent der Menschen, die Probleme mit der Wasserversorgung haben, in Asien. Besonders bedrohlich ist die Lage in China, wo nach Regierungsangaben 320 Millionen Menschen keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser haben. Mehrere Chemieunfälle in jüngster Zeit unterstreichen die wirtschaftlichen und sozialen Kosten des Problems. Die Umweltorganisation WWF warnt besonders vor einer Verseuchung des Jangtse, des größten Flusses Chinas. Die meisten petrochemischen Anlagen des Landes stehen am Ufer des Jangtse. Umweltaktivisten warnen, ein Chemieunfall hätte schreckliche Konsequenzen.

In China werden die meisten Chemieabfälle noch immer ungefiltert in die Flüsse geleitet. Die Folge: Das Wasser in etwa der Hälfte der Flüsse und Seen kann nicht mehr getrunken werden, die dort gefangenen Fische sind für den Verzehr nicht geeignet. In dem am schlimmsten betroffenen Regionen kann das Wasser nicht einmal mehr für die Bewässerung der Felder benutzt werden.

Dabei sind gerade die Bauern besonders auf das Wasser angewiesen. Mehr als zwei Drittel des Wassers weltweit - 70 Prozent - würden von der Landwirtschaft verbraucht, erklärten Teilnehmer des Weltwasserforums in Mexiko-Stadt am Wochenende. Ein großer Teil davon werde verschwendet, zum Teil durch marode Bewässerungssysteme. Der World Wide Fund for Nature (WWF) wies daraufhin, das in ineffizienten Bewässerungssystemen 30 bis 40 Prozent des Wassers verschwendet würden.

Die Asiatische Entwicklungsbank will jetzt gegensteuern und sauberes Trinkwasser und sanitäre Anlagen für etwa 200 Millionen Menschen zur Verfügung stellen. Außerdem sollen verbesserte Entwässerungssysteme das Überschwemmungsrisiko für rund 140 Millionen weitere Menschen senken. Als betroffene Länder wurden China, Indien, Indonesien, Pakistan und Vietnam genannt.

Christopher Bodeen

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