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Landwirtschaft „Bauernsterben“ in der Schweiz geht weiter

DAPD

18.08.2009

Neuenburg – Die Zahl der Bauernbetriebe in der Schweiz geht weiter zurück. Von 2007 auf 2008 stellten 870 Betriebe die landwirtschaftliche Tätigkeit ein, wie das BFS am Dienstag bekannt gab. Das bedeutet einen Rückgang um 1,4 Prozent. Probleme haben vor allem kleinere Betriebe. Der Rindviehbestand dagegen nahm weiter zu.

2008 gab es laut dem Bundesamt für Statistik (BFS) noch 60.894 Landwirtschaftsbetriebe, wobei über die Hälfte davon im Mittelland und in der Ostschweiz liegen. Damit setzte sich das seit längerem anhaltende „Bauernsterben“ fort – 1996 gab es in der Schweiz noch fast 80.000 Betriebe, 1985 noch fast 100.000. Der Rückgang um 870 Betriebe im vergangenen Jahr entspricht laut BFS mehr als der Zahl aller Bauernhöfe im Kanton Appenzell Ausserrhoden. Auch die Zahl der Biobetriebe ging weiter zurück und fiel erstmals seit 2002 wieder knapp unter 6.000. Bis 2005 hatte die Zahl der Biobetriebe noch zugenommen. Vom Strukturwandel sind laut BFS auch alle betrieblichen Ausrichtungen betroffen, wobei die Tierhaltung in der Schweiz dominiert.

Fortgesetzt hat sich auch der Trend zu eher grösseren Betrieben. Der Anteil der Betriebe mit über 20 Hektaren Fläche nahm erneut leicht zu, während der Anteil derer mit weniger als zehn Hektaren kleiner wurde. Damit stieg auch die durchschnittliche Betriebsgrösse. Je rund ein Drittel der Betriebe haben eine Nutzfläche bis zu zehn Hektaren beziehungsweise zwischen zehn und 20 Hektaren, rund 18.500 liegen zwischen 20 und 50 Hektaren. Knapp 1.800 Betriebe verfügen über eine noch grössere Fläche. Insgesamt nimmt die landwirtschaftlich genutzte Fläche aber ab: Seit 1996 werden rund 24.700 Hektaren weniger genutzt. Allein im vergangenen Jahr wurden rund 2.100 Hektaren aufgegeben, was der Fläche des Murtensees entspricht. Wieder im Steigen begriffen ist hingegen der Rindviehbestand. Bei den Kühen war die Zunahme mit rund 19.000 zusätzlichen Tieren sogar ausserordentlich stark. Und auch beim Geflügelbestand wurde 2008 ein neuer Höchststand erzielt.

Wie die Zahl der Betriebe ging auch die Zahl der Beschäftigten weiter zurück, und zwar auf 168.530. Verglichen mit dem Vorjahr waren das 4.500 Beschäftigte weniger. Davon arbeiteten 2.300 Personen hauptberuflich in der Landwirtschaft. Der Anteil der Vollzeitbeschäftigten an der Gesamtzahl der in der Landwirtschaft Beschäftigten betrug 44,8 Prozent und ging damit ebenfalls leicht zurück. (AP)

 

 

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