Städtereisen - Kulturreisen - Kurztripps – „Berlin ist einfach hip“ – Falk Zielke
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„Berlin ist einfach hip“

Falk Zielke

08.03.2007

Im vergangenen Jahr erlebte Berlin einen neuen Rekord. 15,9 Millionen Uebernachtungen registrierte die Berlin Tourismus Marketing GmbH (BTM).  (AP Photo/Franka Bruns)
Im vergangenen Jahr erlebte Berlin einen neuen Rekord. 15,9 Millionen Uebernachtungen registrierte die Berlin Tourismus Marketing GmbH (BTM). (AP Photo/Franka Bruns)

Berlin – Wenn Christian Tänzler über Berlin redet, gerät er ins Schwärmen. „Die Stadt ist derzeit die trendigste Metropole in Europa“, sagt der Sprecher der Berlin Tourismus Marketing GmbH (BTM). „Berlin ist der Hotspot.“ Tänzlers Begeisterung ist zwar beruflich bedingt. Doch hat sie auch einen realen Hintergrund. Die deutsche Hauptstadt zieht jedes Jahr mehr Besucher aus dem In- und Ausland an. Dem Hotelgewerbe hat diese Entwicklung einen Boom beschert, der dennoch nicht die gesamte Branche glücklich macht.

Im vergangenen Jahr erlebte Berlin einen neuen Rekord. 15,9 Millionen Übernachtungen registrierte die BTM, fast neun Prozent mehr als 2005. Etwas mehr als sieben Millionen Menschen übernachteten 2006 in den Hotels der Hauptstadt, ein Plus von fast zehn Prozent. Damit hat sich die Zahl der Besucher innerhalb von neun Jahren verdoppelt. 1997 zählte Berlin noch knapp acht Millionen Übernachtungen und 3,45 Millionen Gäste.

„Berlin ist einfach hip“, sagt Tänzler. Anziehend sei für viele Touristen vor allem die Mischung aus Geschichte und modernem Lebensstil. „Berlin hat insgesamt an Attraktivität gewonnen“, bestätigt auch der Vizepräsident des Hotel- und Gaststättenverbandes Berlin und Direktor des Savoy Hotels, Hans Eilers. Die gute Verkehrsanbindung, das grüne Umland, das große Kulturangebot und die vielen jungen und kreativen Menschen, die hier lebten, machten die Stadt für Touristen interessant.

Von den positiven Besucherzahlen profitiert auch das Berliner Hotelgewerbe. Zu den angestammten Berliner Hotels haben sich inzwischen viele neue Häuser gesellt. Egal ob Hilton, Sol-Meliá oder SAS Radisson – mittlerweile sind fast alle großen Hotelketten in der Hauptstadt vertreten. Die Zahl der Gästebetten wuchs seit Mitte der 90er Jahre von 45.000 auf fast 88.000 im vergangenen Jahr. Tendenz steigend.

Markt noch nicht gesättigt

Und damit beginnt aus Sicht einiger Branchenvertreter das Problem. Das Angebot, aus dem Berlin-Touristen wählen können, ist üppig. „Vom Ritz-Carlton mit seinen goldenen Säulen bis zum preiswerten Hostel finden sie hier fast alles“, sagt Tänzler. Dieses breite Angebot drückt die Preise. „Das Preisniveau liegt in Berlin mit rund 130 Euro für ein Zimmer in einem vier oder fünf Sterne Hotel weit unter dem anderer europäischer Städte“, sagt der BTM-Sprecher. „In London zahlen sie für ein solches Zimmer 277, in Mailand 294 Euro.“

Die Hotelbetreiber der Hauptstadt sind deshalb unzufrieden – und das, obwohl 2006 mit einer durchschnittlichen Auslastung von etwas über 50 Prozent eigentlich ein gutes Jahr war. „Es ist ein schwieriges Umfeld“, sagt Savoy-Chef Eilers. „Viele Hoteliers sind nicht mehr in der Lage Rücklagen zu bilden, um zu investieren.“ Damit die Qualität mittelfristig nicht leide, müssten deshalb die Preise steigen, meint der Hoteldirektor.

Der Markt in Berlin scheint aber noch nicht gesättigt. „Berlin entwickelt sich ständig weiter“, sagt Tina Palmowski, Direktorin des Ellington Hotels, das Mitte März in der nähe des Kurfürstendamms eröffnet wird. Trotz der großen Konkurrenz könne sich auch ein neues Hotel in der Hauptstadt behaupten. Es brauche nur das richtige Konzept. „Wir werden uns auf guten Service konzentrieren.“

Savoy-Chef Eilers bleibt hingegen skeptisch. Bis zu 15.000 Hotelbetten werden nach Schätzungen des Hotelverbandes in den kommenden Jahren noch hinzukommen. „Um die zu füllen brauchen wir mindestens 20 Millionen Übernachtungen pro Jahr“, sagt Eilers. Nach seiner Einschätzung wird es daher eine Marktbereinigung geben. „Viele kleine Hotels und Pensionen werden verschwinden.“ (AP)

 

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