Aktuelle Nachrichten Welt - News und Hintergründe – „Bonnie“ wirbelt Zeitplan im Golf von Mexiko durcheinander – Harry Weber und David Dishneau
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Wirbelsturm „Bonnie“ wirbelt Zeitplan im Golf von Mexiko durcheinander

Harry Weber und David Dishneau

23.07.2010

Satellitenfoto von "Bonnie" vor der Ostküste der Vereinigten Staaten. Foto AP /NOAA
Satellitenfoto von "Bonnie" vor der Ostküste der Vereinigten Staaten. Foto AP /NOAA

New Orleans (apn) Der Tropensturm „Bonnie“ hat alle Arbeiten am lecken Ölbohrloch im Golf von Mexiko lahmgelegt. Die Arbeiter bereiteten sich am Freitag darauf vor, die Gegend zu verlassen, mehrere Schiffe kehrten an die Küste zurück. Dadurch verzögern sich alle Anstrengungen, das Bohrloch zu versiegeln. Entgegen früherer Befürchtungen können die Ventile an der Verschlusskappe auf dem Bohrloch geschlossen bleiben.

Der US-Koordinator für die Bekämpfung der Ölkatastrophe, Thad Allen, sagte am Donnerstagabend, weil es sich um einen größeren Sturm handele, müssten Vorsichtsmaßnahmen ergriffen werden. Neben den Schiffen, von denen aus die Verschlusskappe überwacht wird, müssen auch die Schiffe abziehen, von denen aus die Entlastungsbohrungen vorangetrieben wurden. Dadurch würden sich zwar die Arbeiten um bis zu zwölf Tage verzögern, doch gehe die Sicherheit der Menschen vor, sagte Allen.

„Bonnie“ traf am Freitag südlich von Miami mit Windgeschwindigkeiten von mehr als 64 Kilometern pro Stunde an Land. Es wurde erwartet, dass der Sturm auf seinem Weg über de Golf von Mexiko weiter an Kraft gewinnt und am Sonntag die Gegend der Umweltkatastrophe erreicht.

Allen erklärte, er habe BP außerdem angewiesen, einen sogenannte „static kill“ vorzubereiten. Bei dieser Methode wird eine Zement-Schlamm-Mischung direkt von oben in das Bohrloch gepumpt, um es zu verschließen. Diese zusätzliche Prozedur könnte die Chance erhöhen, die Ölquelle mit Hilfe der Entlastungsbohrungen zu versiegeln. Das letzte Wort über ihren Einsatz hat Allen.

Während die Arbeiten um die Quelle ruhen, strömt zumindest kein neues Öl aus. Die Ventile der Verschlusskappe bleiben auch geschlossen, wenn die Beobachter weg sind. Ursprünglich hatte man befürchtet, dass in einem solchen Fall die Ventile geöffnet werden müssten, um Druck von der Kappe zu nehmen. Doch inzwischen haben die Ingenieure genug Vertrauen in die Konstruktion.

Keine Sturmeinwirkung in 1.600 Metern Tiefe

Die Zeit, in der die Quelle unbeobachtet ist, soll trotzdem so kurz wie möglich gehalten werden. Allen sagte, er habe BP angewiesen sicherzustellen, dass die Schiffe mit den Tauchrobotern, die die Verschlusskappe beobachten, die Region als Letzte verlassen und als Erste zurückkehren. Experten sind sich sicher, dass der Sturm an der Meeresoberfläche der rund 1.600 Meter darunter gelegenen Verschlusskappe nichts anhaben kann.

Einige Experten sind besorgt, dass die schweren Stürme, die jedes Jahr in der Hurrikan-Saison über den Golf von Mexiko hinwegziehen, die Ölkatastrophe noch verschlimmern, indem sie das Öl noch weiter die Flussmündungen hinauf und in die Feuchtgebiete entlang der Küsten drücken und noch mehr Öl an die Strände schwemmen. (AP)

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