Cape Canaveral - Vom US-Weltraumzentrum Cape Canaveral aus ist am Mittwoch ein Raumschiff zum Kometen Tempel 1 gestartet. Die Sonde mit dem Namen "Deep Impact" soll den Kometen nach sechs Monaten am 4. Juli erreichen, ein Loch in den Himmelskörper sprengen und damit einen Blick in die Geschichte des Universum öffnen. Astronomen und Astrophysiker vermuten in Innern von Kometen Materie aus der Urzeit des Weltalls.
Die Delta-2-Trägerrakete hob planmäßig um 13.47 Uhr Ortszeit in Cape Canaveral ab, in ihrer Spitze die Sonde von der Größe eines Kleinwagens. Die Begegnung mit Tempel 1 wird 132 Millionen Kilometer von der Erde entfernt erfolgen.
Den Kometen zu treffen wird dabei nicht leicht werden. Tempel 1 ist mit einer Länge von etwa fünf bis neun Kilometer und einen Durchmesser von bis zu drei Kilometer nicht nur klein, er bewegt auch auch sehr schnell durch das All. "Deep Impact" muss ihn dabei noch überholen, das Projektil abschießen und die Explosion in sicherer Entfernung beobachten. Nach Berechnungen von Wissenschaftlern wird bei dem Aufprall die Energie von Tonnen Dynamit freigesetzt.
Erschwert wird das Experiment von weiteren Unbekannten: Neben der nicht genau bekannten Größe des Kometen sind das seine Trudelbewegung und die Frage, ob der Kern kompakt oder eher porös ist. Um Daten zu bekommen, muss der Aufschlag des Projektils zudem auf der Sonnenseite und in Sichtweite der Sonde erfolgen, weil die Wissenschaftler sonst keine Daten des Ereignisses erhalten. Nach zahllosen Simulationen sind die Experten aber zu 99,9 Prozent sicher, einen Erfolg zu landen. (Reuters), akr/rin