Umwelt – „Einsamer George“ wird vielleicht endlich Vater – DAPD
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Riesenschildkröte „Einsamer George“ wird vielleicht endlich Vater

DAPD

22.07.2008

. (AP Photo/Charles Darwin Foundation, Heidi Snell, File)
. (AP Photo/Charles Darwin Foundation, Heidi Snell, File)

Quito – Der „einsame George“, die letzte männliche Riesenschildkröte ihrer Art auf den Galapagos-Inseln, wird vielleicht endlich Vater. 36 Jahre ebenso intensiver wie bislang vergeblicher Bemühungen, das Reptil zur Fortpflanzung zu bewegen, könnten damit von Erfolg gekrönt sein, wie der Galapagos-Nationalpark am Montag mitteilte. Ein artverwandtes Weibchen, das „George“ seit 1993 begleitet, hat jetzt drei intakte Eier gelegt, die nun in einem Brutkasten ausgebrütet werden.

Ob sie tatsächlich lebensfähige Nachkommen in sich tragen, wird man den Angaben zufolge allerdings erst in 120 bis 130 Tagen feststellen können. Damit könnte die Unterart der Riesenschildkröten Geochelone nigra abingdonii, deren letzter bekannter Vertreter der „Einsame George“ ist, womöglich doch überleben.

Hoffnung fast schon aufgegeben

Dabei hatten die Verantwortlichen die Hoffnung fast schon aufgegeben. Sie hatten nach eigenen Angaben in den vergangenen fast vier Jahrzehnten alle Möglichkeiten ausgeschöpft und schon gedacht, die Schildkröte könne sich gar nicht fortpflanzen. „In all diesen Jahren hat der 'Einsame George' keinerlei Anzeichen für ein Fortpflanzungsverhalten gezeigt und sich vielmehr sogar aggressiv gegenüber seinen Begleiterinnen verhalten“, erklärte der Nationalpark.

Dann kam die Wende: „In den letzten Monaten stellten die Fortpflanzungsexperten des Nationalparks ein verändertes Verhalten fest.“ Seit zwei Wochen beobachteten sie dann, dass eine seiner langjährigen Begleiterinnen sich für die Eiablage bereitmachte.

Am Montagmorgen fanden sie neun Eier. „Vier davon waren völlig zerstört, zwei hatten Risse an den Schalen, und drei waren vollständig intakt“, berichtete der Nationalpark.

Unterschiedliche Bruttemperaturen für Weibchen und Männchen

Zwei dieser gesunden Eier werden nun in einem Brutkasten bei 29,5 Grad Celsius ausbrütet, um Weibchen zu erhalten, und eines bei 28 Grad, um ein Männchen zu erhalten. Falls die Aufzucht erfolgreich verläuft, könnte dann über verschiedene Linien versucht werden, reinrassige Nachfahren des „Einsamen George“ zu züchten.

Die männliche Riesenschildkröte, die 1972 auf der Insel Pinta entdeckt wurde, ist die letzte bekannte der Art Geochelone nigra abingdonii. Ein Weibchen dieser Unterart konnte trotz intensiver Suche nicht mehr gefunden werden. Die drei weiblichen Riesenschildkröten, die den „Einsamen George“ begleiten, gehören der nahe verwandten Unterart Geochelone nigra becki an. Er selbst ist etwa 70 Jahre alt und damit für seine Art im „mittleren Lebensalter“. (AP)

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