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Europaweit mehr als 650 Betriebe wegen Dioxin-Verdachts gesperrt

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01.02.2006

Amsterdam - Im grenzüberschreitenden Skandal um Dioxin verunreinigtes Futtermittel haben die Behörden inzwischen mehr als 650 Landwirtschaftsbetriebe in den Niederlanden, Belgien und Deutschland unter Quarantäne gestellt. "Fleisch aus den betroffenen Betrieben ist in den Handel gelangt", sagte ein Sprecher der belgischen Lebensmittelbehörde AFSCA am Mittwoch. Das Fleisch werde nun auf seine Belastung mit dem Krebserreger Dioxin untersucht. Mit Ergebnissen sei frühestens Ende dieser oder Anfang nächster Woche zu rechnen.

Eine Gesundheitsgefährdung für die Verbraucher schlossen Lebensmittelexperten jedoch aus. "Selbst wenn der Dioxingehalt im Fleisch überdurchschnittlich hoch wäre, müsste man das belastete Fleisch mehrmals am Tag über eine längere Zeit essen, um eine Auswirkung zu spüren", sagte die niederländische Lebensmittelexpertin Annette Kraft van Ermel. Eine Rückholaktion schlossen belgische und niederländische Behörden aus.

In Deutschland waren wegen einer möglichen Dioxinbelastung des Futtermittels am Dienstag fünf Schweinemastbetriebe in Brandenburg, Thüringen und Nordrhein-Westfalen gesperrt worden. Die deutschen Behörden waren über das Frühwarnsystem der Europäischen Union informiert worden, dass eine belgische Firma Schweinefett vertreibt, bei dem der Grenzwert für Dioxin um die 25fache Menge überschritten worden sei. In den Niederlanden war das Fett in einer Futtermittelfabrik weiterverarbeitet worden. In Deutschland dürfen tierische Fette grundsätzlich nicht an Nutztiere verfüttert werden. Die Regierung hatte im Zusammenhang mit der Rinderseuche BSE ein Fütterungsverbot von tierischen Fetten erlassen. (Reuters)

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