Aktuelle Nachrichten Welt - News und Hintergründe – „Felix“ kostet mindestens neun Menschen das Leben – Paul Kiernan
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„Felix“ kostet mindestens neun Menschen das Leben

Paul Kiernan

05.09.2007

 (AP Photo/NOAA)
(AP Photo/NOAA)

Cabo San Lucas – Hurrikan „Felix“ hat in Mittelamerika mindestens neun Menschen das Leben gekostet. Mindestens elf Menschen wurden am Mittwoch in Nicaragua noch vermisst. Über Land schwächte sich „Felix“ deutlich ab und wurde zu einem Tropensturm herabgestuft. Trotzdem befürchteten die Behörden, dass heftige Regenfälle Erdrutsche und Überschwemmungen auslösen könnten.

„Felix“ traf als Wirbelsturm der höchsten Kategorie 5 auf die Nordostküste Nicaraguas. Er erreichte mit Windgeschwindigkeiten von 260 Kilometer in der Stunde die Region um Punta Gorda. „Felix“ riss Strommasten um, entwurzelte Bäume und deckte Dächer ab. In Puerto Cabezas wurden 5.000 Häuser zerstört oder schwer beschädigt – fast die Hälfte der Stadt. Rund 16.000 Menschen harrten dort auch am Mittwoch noch in Notunterkünften aus.

Der stellvertretende Leiter des Zivilschutzes, Samuel Perez, erklärte, ein Mann sei beim Untergang seines Bootes ums Leben gekommen. Eine Frau wurde tödlich verletzt, als ein Baum auf ihr Haus stürzte. Ein Baby starb kurz nach der Geburt, weil wegen des Sturms keine medizinische Hilfe verfügbar war. Die Versorgung in dem dünn besiedelten Gebiet gilt als schwierig, da viele Orte nur mit Kanus und kleinen Motorbooten erreichbar sind. Die Regierung erklärte die nördliche Karibik-Region Gracias a Dios zum Katastrophengebiet.

In Honduras erklärte Präsident Manuel Zelaya, über dem riesigen Waldgebiet entlang der Grenze zu Nicaragua habe „Felix“ wohl an Kraft verloren. Er rechne nicht damit, dass es wie beim Hurrikan „Mitch“ 1998 zu verheerenden Überschwemmungen und Erdrutschen kommen werde. Dennoch waren mehrere Ortschaften überschwemmt, in einigen stand das Wasser hüfthoch auf den Straßen. Zuvor hatten sich mindestens 27.000 Menschen vor dem heranrückenden Hurrikan in Sicherheit gebracht.

Etwa zur gleichen Zeit erreichte Hurrikan „Henriette“ mit Windgeschwindigkeiten bis 120 Kilometer in der Stunde die mexikanische Halbinsel Baja California. Besonders schwer betroffen war der Urlaubsort Los Cabos. Die Flughäfen wurden geschlossen, 4,50 Meter hohe Wellen donnerten an die Strände. Todesfälle wurden nicht gemeldet. Der Sturm sollte sich nach dem Auftreffen auf das mexikanische Festland am Mittwoch auf dem Weg in Richtung Norden deutlich abschwächen und sich schließlich am (morgigen) Donnerstag über dem US-Staat New Mexico auflösen.

„Felix“ und „Henriette“ gingen in die Geschichtsbücher ein: Es war das erste Mal seit Beginn der Aufzeichnungen 1949, dass mit „Felix“ und „Dean“ vor zwei Wochen zwei atlantische Hurrikans der Kategorie 5 im selben Jahr das Festland erreichten. Es war auch das erste Mal, dass atlantische und pazifische Hurrikans am gleichen Tag auf Land stießen. (AP)

 

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