Menschen & Meinungen – „Frau vom Checkpoint Charlie“ erhält Leuschner-Medaille – DAPD
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„Frau vom Checkpoint Charlie“ erhält Leuschner-Medaille

DAPD

07.11.2007

Wiesbaden – Die als „Frau vom Checkpoint Charlie“ bekannt gewordene Jutta Fleck erhält in diesem Jahr die Wilhelm-Leuschner-Medaille, die höchste Auszeichnung des Landes Hessen. Neben Fleck werden die Widerstandskämpfer Irmgard Heydorn und Benno von Heynitz sowie der Publizist Ernst Klee ausgezeichnet. Alle vier seien entschieden für andere Menschen eingetreten und hätten für Freiheit und Demokratie gekämpft, sagte Ministerpräsident Roland Koch am Mittwoch in Wiesbaden.

In den Lebensläufen der Preisträger spiegelten sich die dramatischen Epochen der jüngeren deutschen Geschichte wider, sagte Koch. Heydorn sei dem nationalsozialistischen Terror ausgesetzt gewesen, Fleck und Heynitz seien später Opfer der DDR-Diktatur geworden. Der Publizist Klee habe den Menschen eine Stimme gegeben, die in unserer Gesellschaft besonderen Beistand und Fürsprache bräuchten. Die Wilhelm-Leuschner-Medaille wird alljährlich am 1. Dezember verliehen.

Das Schicksal von Jutta Fleck, die heute in Wiesbaden wohnt, wurde von der ARD mit Veronica Ferres in der Hauptrolle verfilmt. Die aus Dresden stammende Frau hatte 1982 versucht, mit ihren beiden elf und neun Jahre alten Töchtern aus der DDR zu fliehen. Sie wurde gefasst, kam ins Gefängnis und wurde von der Bundesrepublik frei gekauft. Daraufhin begann sie mit ihren Protestaktionen, unter anderem am Berliner Grenzübergang Checkpoint Charlie, um international darauf aufmerksam zu machen, dass ihre Kinder noch immer in der DDR lebten. Erst 1988 wurde den beiden Mädchen die Ausreise gestattet.

Die 1916 in Hamburg wohnende Irmgard Heydorn begann 1936 mit dem aktiven Widerstand gegen das NS-Regime. Seit Jahren engagiert sie sich als Zeitzeugin in hessischen Schulen.

Der aus Dresden stammende Benno von Heynitz leistete Widerstand gegen das NS-Regime und die Zustände im Osten Deutschlands nach dem Zweiten Weltkrieg. Ab 1947 saß er für mehrere Jahr im Gefängnis Bautzen. Ernst Klee beschäftigte sich als Publizist insbesondere mit dem Schicksal von Behinderten, Obdachlosen und psychisch Kranken. 1983 erschien sein bahnbrechendes Buch über das Euthanasie-Programm des NS-Staates. (AP)

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