Gesundheit - Aktuelle Nachrichten, Ratgeber und Berichte – „Höchste Eisenbahn“ für die Grippeimpfung – Uwe Gepp
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Aktuelle Nachrichten – Gesundheit

Impfschutz „Höchste Eisenbahn“ für die Grippeimpfung

Uwe Gepp

14.01.2009

Erhöhte Grippegefahr in Nord- und West-Deutschland. (AP Photo/Michael Rietschel)
Erhöhte Grippegefahr in Nord- und West-Deutschland. (AP Photo/Michael Rietschel)

Frankfurt/Main – Die Grippe hat sich im Westen und Norden Deutschlands eingenistet und breitet sich auch im Osten weiter aus. Das Robert-Koch-Institut meldete am Mittwoch auf der Grundlage neuester Zahlen eine erhöhte Influenza-Aktivität, die ganz überwiegend auf das sehr ansteckende Virus A/H3N2 zurückgeht. „Es ist bekannt dafür, dass es schwere Erkrankungen macht“, sagte Andrea Grüber von der Arbeitsgemeinschaft Influenza. „Jetzt ist höchste Eisenbahn für eine Impfung.“

Es dauere 10 bis 14 Tage, bis sich der Impfschutz aufgebaut habe, sagte die Expertin beim Deutschen Grünen Kreuz. Doch lohne sich die Vorbeugung in diesem Jahr besonders, weil der Impfstoff gut mit dem AH3N2-Virus übereinstimme. Grüber befürchtet, dass sich die Grippe-Situation in Deutschland wegen des Ferienendes in vielen Bundesländern „jetzt so richtig hochschaukeln könnte“ – sicher sei das allerdings noch nicht.

Ungewöhnlich in diesem Jahr sei vor allem der frühe Beginn der Grippewelle. In den vergangenen Jahren sei diese erst im Februar oder März angelaufen. Allerdings habe sich die Influenza insgesamt in Deutschland in diesem Zeitraum ziemlich zurückgehalten. „Deshalb ist es nicht ungewöhnlich, wenn es uns in diesem Winter heftiger trifft“, sagte Grüber.

Mehrere tausend Tote

Bei einer durchschnittlichen Grippewelle sei in Deutschland mit 5.000 bis 8.000 Toten zusätzlich zu rechnen. In der vergangenen Saison grassierte aber neben Influenza A/H1N1 ein B-Virus, das die besonders gefährdeten älteren Menschen weitgehend verschonte. „Influenza B verbreitet sich vor allem unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen“, sagte die AGI-Expertin. Deshalb habe es keine höhere Mortalitätsrate gegeben.

Im Universitätsklinikum Ulm starb in der vergangenen Woche eine 49 Jahre alte Frau, die an einem Influenza-A-Virus erkrankt war. Bei der Obduktion sei jedoch eine zweite Erkrankung festgestellt worden, sagte ein Kliniksprecher.

Impfen lassen sollen sich nach der Empfehlung der Ständigen Impfkommission am Robert-Koch-Institut alle Menschen über 60 Jahre, chronisch Kranke wie Diabetiker und Personen, die beispielsweise im medizinischen Dienst oder in Altersheimen arbeiteten. So müssen in der Uniklinik Frankfurt Angestellte mit Patientenkontakt, die sich nicht impfen lassen wollen, einen Mundschutz tragen. Aber auch wer wie Lehrer oder Verkäufer beruflich viel mit Menschen zu tun habe, sollte sich schützen, riet Grüber.

Eine echte Virusgrippe oder Influenza unterscheidet sich von einer Erkältung durch den plötzlichen Krankheitsbeginn, Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen sowie trockenen Husten. Einer Influenza können vielfältige Komplikationen folgen. Die bedrohlichste davon ist die bakterielle Lungenentzündung.

http://influenza.rki.de/ (AP)

 

 

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