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Falun Gong demonstriert "Mit meiner Unterschrift will ich ein Zeichen setzen"

Epoch Times Deutschland

14.07.2009

Sie nennen es "Himmelreich Orchester" und spielen neben chinesischen Kompositionen  auch "Freude, schöner Götterfunken", wenn sie durch die Straßen ziehen.  (Jason Wang/The Epoch Times)
Sie nennen es "Himmelreich Orchester" und spielen neben chinesischen Kompositionen auch "Freude, schöner Götterfunken", wenn sie durch die Straßen ziehen. (Jason Wang/The Epoch Times)

Sie zogen über den Kurfürstendamm in Berlin mit klingendem Spiel, um aufmerksam zu machen auf die Freude und Schönheit von Falun Gong, auch Falun Dafa genannt. Aber der Anlass für den Demonstrationszug am Samstag war die bittere Situation von Falun Gong in China, die schon 10 Jahre währende blutige Verfolgung durch das kommunistische Regime, die am 20. Juli 1999 begann.

Während in aller Welt die Praktizierenden frei nach den Prinzipien von Falun Gong leben können, werden sie in China in Arbeitslager gesteckt, gefoltert und geraten in Lebensgefahr durch Organraub für lukrative Organ-Transplantationen in geheimen Militärkrankenhäusern. Eine nachgestellte Darstellung von Folterszenen und chirurgischen Eingriffen befand sich auf mitgeführten Wagen, gefolgt von Frauen in weißer Kleidung, die Fotos der Opfer mit sich trugen. Ein bewegendes Bild.

Wahrhaftigkeit, Barmherzigkeit und Nachsicht, das tragen sie im Herzen als die Prinzipien, nach denen sie leben wollen, und das ist unerwünscht im Machtbereich von Chinas KP.

An der Gedächtniskirche hatten Passanten die Gelegenheit, Appelle an die Bundesregierung zu unterschreiben, dass sie sich für ein Ende der Verfolgung und des Organraubs einsetze. Auch für die Freilassung des christlichen Menschenrechtsanwalts Gao Zhisheng, der sich in China für Falun Gong Verfolgte eingesetzt hatte, konnte man Unterschriften geben. Die Epoch Times befragte einige Besucher des Infostandes, weshalb sie sich in dieser Form engagieren.

Annemarie Lecoq aus Frankreich. (Alexander Hamrle/The Epoch Times)
Annemarie Lecoq aus Frankreich. (Alexander Hamrle/The Epoch Times)

Annemarie Lecoq, Touristin aus Frankreich, ist für vier Tage in Berlin. Sie hat sich mit ihrer Tochter die Stadt angeschaut, weil ihre Tochter seit zwei Jahren Deutsch lernt. Frau Lecoq erfuhr zum ersten Mal von der Verfolgung von Falun Gong am Infostand am Breitscheidplatz in Berlin.

„Es ist für mich unerklärlich, wie Menschen heutzutage im Jahr 2009 verschwinden können ohne dass ihre Familienangehörigen wissen, wo sie sind. Das ist einfach etwas, was ich nicht tolerieren kann. Ich habe einen Neffen, der eine 24-jährige Chinesin aus Peking heiraten möchte. Ich habe mit ihr gesprochen, dass vieles in China im Verborgenen bleibt. Und sie antwortete daraufhin: ‚Nein, das gibt es bei uns nicht'. Sie ist überzeugt, dass solche Menschenrechtsverbrechen nicht in ihrem Land vorkommen. Alles, was in China passiert, wird von der Presse verborgen. Auch, wenn viele meinen, China habe sich geändert, ist es immer noch ein totalitäres Regime an der Macht, wie vor zwanzig Jahren in der Sowjetunion. Ich habe mir heute, von dieser Veranstaltung, Informationsmaterial mitgenommen, dass will ich der zukünftigen Frau meines Neffen mitbringen."

Lutz-Karl Poplow aus Berlin.  (Alexander Hamrle/The Epoch Times)
Lutz-Karl Poplow aus Berlin. (Alexander Hamrle/The Epoch Times)

Lutz-Karl Poplow aus Berlin hat ebenfalls unterschrieben und sagte:

„Ich bin mein ganzes Leben lang schon für Freiheit und Gerechtigkeit und habe mich für Menschenrechte eingesetzt. Ich bin selbst verfolgt worden zu DDR-Zeiten unter dem Kommunismus. Die Strukturen und Netzwerke funktionieren heute immer noch genauso, wie in der DDR. Heute gibt es immer noch Leute, die weitermachen, die sich alles mit Lügen und durch Betrug zusammenraffen. Ich habe mich nicht indoktrinieren lassen, anderen Menschen zu schaden und mich so zu bereichern. Ich war nirgendwo drinnen, auch nicht in der FDJ, ich war nicht Teil in der DDR-Diktatur. Ich war niemals für Diktaturen und war von Anfang an gegen den Aufbau der Mauer in Berlin. Ich habe mir auch in der DDR nicht den Mund verbieten lassen."

Immer dabei die drei Prinzipien von Falun Gong. (Jason Wang/The Epoch Times)
Immer dabei die drei Prinzipien von Falun Gong. (Jason Wang/The Epoch Times)

Alexandra Schulz, Berlin, tätig im öffentlichen Sicherheitsdienst, antwortete:

„Ich finde diese Veranstaltung sehr informativ, sonst bekommt von der Verfolgung von Falun Gong in China leider nichts mit, weder im Fernsehen und in der Presse. Ich habe nur einmal einen Beitrag im ZDF bei Mona Lisa gesehen, wie Menschen in China entführt werden und von einem auf den anderen Tag verschwinden, wie die Verwandten dann zur Polizei gehen und sie suchen, aber keine Hilfe bekommen. Aber dass das in Verbindung mit Organraub steht, das wusste ich nicht. Mit meiner Unterschrift will ich ein Zeichen setzen. Wenn man die Möglichkeit hat zu helfen, dann sollte man das auch tun. Ich wusste auch nichts von der Festnahme vom Menschenrechtsanwalt Gao, der jetzt im Arbeitslager sitzt. Er ist ja kein schlechter Mensch, sondern hat sich nur für die Menschenrechte eingesetzt."

Christian Schwedeczki, Berliner, selbstständig. (Alexander Hamrle/The Epoch Times)
Christian Schwedeczki, Berliner, selbstständig. (Alexander Hamrle/The Epoch Times)

Christian Schwedeczki, Berliner, selbstständig. Musik- und Kunstliebhaber. Er und seine Freundin kamen gerade von einer Ausstellung im Newton-Museum.

„Für mich ist die Verfolgung von Falun Gong in China eine Situation, die geschildert werden muss. Da wir hier in einem Land leben, wo wir das nicht kennen, finde ich, dass solche Informationsstände dazu beitragen, die Situationen in anderen Ländern kennen zu lernen. Für uns ist die Verfolgung von Falun Gong in China ganz neu. Wir wussten, was in Tibet passiert und allgemein, dass die Menschenrechtssituation in China nicht geregelt ist, wie bei uns in Europa. Ich glaube in China gibt es ein Sprichwort, das lautet: Auch die längst Reise beginnt immer mit dem ersten Schritt.

Mir ist klar, dass es Dinge auf der Welt gibt, von denen ich nichts weiß. Wenn es jedoch Dinge gibt, die ich nicht vertreten kann und die gegen mein Menschenrechtsverständnis verstoßen, dann ist es wichtig, dafür einzustehen, dass sich etwas in der Welt ändern muss. Und wenn wir heute, hier, einen kleinen Teil dazu beitragen können, dann tun wir das gerne."

Die Interviews führte Alexander Hamrle

 

 

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