Cape Canaveral – Die US-Raumfähre „Discovery“ hat in der Nacht zum Mittwoch von der Internationalen Raumfähre ISS abgedockt. Die Landung ist für Freitag vorgesehen. Mit an Bord ist der Deutsche Thomas Reiter, der fast ein halbes Jahr auf der ISS verbrachte. Für Reiter gab es zum Abschied noch ein dickes Lob von seinen Bordkameraden. Der amerikanische Astronaut Michael Lopez-Alegria nannte Reiter einen „Modell-Astronauten“ und bescheinigte ihm „Kompetenz, Gewissenhaftigkeit und Beständigkeit“.
„Kraft der mir verliehenen Autorität, die ich gerade erfunden habe, wollen wir dich zu einem Ehrenmitglied der NASA erklären“, scherzte der Amerikaner. Ersetzt wird Reiter von der Amerikanerin Suni Williams.
Die „Discovery“ wird am (heutigen) Mittwoch für eine Inspektion ihres Hitzeschildes zunächst rund 75 Kilometer entfernt von der Raumstation bleiben, um notfalls zur ISS zurückkehren zu können. Es wurde zwar nicht mit Problemen gerechnet, doch die Flugkontrolleure wollten zwei kleine Gegenstände – eine Kamera und eine Anschlussdose – im Auge behalten, die während der vier Außenbordeinsätze verloren wurden und die nun als Weltraumabfall eine potenzielle Gefahr für die Fähre darstellen.
Die „Discovery“ muss bis Samstag zur Erde zurückkehren, da ihre Versorgungskapazität begrenzt ist. Wo sie landen wird, ist noch nicht entschieden. Die Raumfahrtbehörde NASA wird wahrscheinlich alle drei Landepisten vorbereiten, über die sie verfügt: das Kennedy Space Center in Florida, den Luftwaffenstützpunkt Edwards in Kalifornien und den Weltraumbahnhof White Sands in New Mexico. Die beste Wettervorhersage gab es für White Sands, wo es bislang erst eine Shuttle-Landung gab.
(AP)
„Discovery“-Besatzung bereitet sich auf Rückkehr zur Erde vor
(19.12.2006)
Porträt: Der Mann für lange Raumflüge
(18.12.2006)
Reiter kehrt wegen klemmendem Solarsegel einen Tag später zurück
(17.12.2006)
Sensoren melden „leichten Einschlag“ an Shuttle-Flügel
(12.12.2006)