Aktuelle Nachrichten Welt - News und Hintergründe – „Notoperation“ am Sonnensegel rettet ISS – Marcia Dunn
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„Notoperation“ am Sonnensegel rettet ISS

Marcia Dunn

04.11.2007

(AP Photo/NASA)
(AP Photo/NASA)

Cape Canaveral – Mit einer riskanten „Notoperation“ im freien All hat der US-Astronaut Scott Parazynski den Riss in einem Sonnensegel der Internationalen Raumstation geflickt und damit den Ausbau der ISS gesichert. „Das war eine fabelhafte Arbeit“, lobte der für die ISS zuständige Projektmanager der Raumfahrtbehörde NASA, Mike Suffredini, am Samstag nach Abschluss des über siebenstündigen Außenbordeinsatzes.

Die NASA sprach von einer der schwierigsten je im freien Weltraum unternommenen Reparaturen. Der Einsatz wurde mehrfach verschoben, die Ingenieure auf der Erde hatten fieberhaft an einer Lösung des Problems gearbeitet. Ein Scheitern der Reparatur hätte nach Einschätzung der NASA den weiteren Ausbau der Internationalen Raumstation in Frage gestellt.

Parazynski arbeitete mehr als zwei Stunden an dem defekten Sonnensegel. Den Riss flickte er mit fünf behelfsmäßig gefertigten Klammern. Gefährlich war der Einsatz, weil das Solarsegel auch während der Arbeiten mit mehr als 100 Volt unter Strom stand. Um das Risiko eines Stromschlages zu verringern, wurden alle Metallteile an Parazynskis Weltraumanzug sowie alle seine Werkzeuge mit Isolierband abgeklebt. Es war Parazynskis vierter Außenbordeinsatz während der derzeitigen Mission der Raumfähre „Discovery“.

Nach der Reparatur entfaltete sich das Sonnensegel zu seiner vollen Größe. „Ausgezeichnete Arbeit, Jungs“, kommentierte ISS-Kommandantin Peggy Whitson. Nach der Reparatur dauerte es mehr als eine Stunde, bis Parazynski, der sinnigerweise gelernter Notfallmediziner ist, an einem fast 30 Meter langen Roboterarm wieder zur Einstiegsluke zurück manövriert wurde.

Der Riss in einem der Sonnensegel wurde entdeckt, als dieses am Dienstag während eines Außenbordeinsatzes entfaltet wurde. Zusätzlich ist ein Drehgelenk defekt, das die Segel immer an der Sonne ausrichten soll.

Die Besatzung der „Discovery“ bereitete sich unterdessen am Sonntag auf den Rückflug zur Erde vor. Die Raumfähre soll am (morgigen) Montag von der Raumstation abkoppeln. Die Rückkehr zur Erde ist für Mittwoch geplant.

(AP)

 

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