Panorama - Aktuelle Nachrichten – „Sie kam, sah und siegte“ – Gregor Haake
The Epoch Times - Deutschland

Aktuelle Nachrichten – Panorama

„Sie kam, sah und siegte“

Gregor Haake

17.09.2007

Hamburg/Berlin – Premiere ohne Patzer und Schnörkel: Die frühere „Tagesthemen“-Sprecherin Anne Will hat am Sonntagabend erstmals ihre neue politische Talkshow im Ersten moderiert und dabei über fünf Millionen Zuschauer vor die Bildschirme gelockt. Rund drei Monate nach dem Abschied von Sabine Christiansen trat die 41-Jährige mit einer gelungenen Premiere die Nachfolge der früheren ARD-Quoten-Königin an und stieg damit zu einer der wichtigsten Frauen im deutschen Polit-Talk auf. Christiansen hatte im Juli nach fast zehn Jahren ihre Talkshow am Sonntagabend aufgegeben.

In der ersten Sendung diskutierte die frühere Moderatorin der „Tagesthemen“ unter anderen mit den Ministerpräsidenten Kurt Beck und Jürgen Rüttgers über soziale Gerechtigkeit in der globalisierten Arbeitswelt. „Rendite statt Respekt: Wenn Arbeit ihren Wert verliert“, hieß das Thema. Insgesamt hatten laut ARD etwa 5,04 Millionen Zuschauer die Sendung eingeschaltet. Damit kam die gebürtige Kölnerin auf einen beachtlichen Marktanteil von 18,2 Prozent.

Will hatte vor dem Start der Sendung betont, das Fernsehen nicht neu erfinden zu können. Dennoch trat sie mit einem veränderten Sendekonzept für die Talkshow auf dem beliebten Sendeplatz am Sonntagabend an. Anders als Vorgängerin Christiansen ließ sie neben prominenten Politikern und Vertretern aus der Wirtschaft verstärkt auch Betroffene zu Wort kommen. Zudem talkt Will aus einem Studio, das in warmen Farben gehalten ist und damit eine persönlichere Gesprächssituation möglich macht als bei Christiansen.

Will leistete sich nur wenige Versprecher und führte sicher durch ihre erste Sendung. Vor allem ihr direkter Moderationsstil mit hartnäckigen Fragen kam beim Publikum gut an. Neben SPD-Chef Beck und dem Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, Rüttgers, waren auch Telekom-Chef René Obermann und die hannoversche Landesbischöfin Margot Käßmann zu Gast in dem modernen Studio in Berlin. Zudem hatte Will eine Mitarbeiterin eines Call-Centers und einen Arzt eingeladen.

Unter anderem wurde über das Thema Mindestlohn und die Zukunft der sozialen Sicherungssysteme gesprochen. Beck und Rüttgers nutzten die große Bühne für ein politisches Streitgespräch. Die Call-Center-Mitarbeiterin, die für fünf Euro Stundenlohn arbeiten muss, schilderte ihre persönliche Lebenssituation. Die Gesprächsrunde zeigte sich beeindruckt von den Berichten der Frau. Will hatte angekündigt, mit ihrer Talkshow näher am Volk sein zu wollen als Vorgängerin Christiansen und härter nachzufragen.

Spezieller Gruß an die „Tagesthemen“)

Für ihren ersten Auftritt erhielt Will viel Beifall: ARD-Programmdirektor Günter Struve war begeistert von der neuen Moderatorin: „Anne Will war eine überzeugende Gastgeberin. Diese Resonanz übertrifft meine Erwartungen bei weitem, und zeigt, wie sehr unser Publikum die journalistischen Qualitäten von Anne Will schätzt“, betonte er.

„Sie kam, sah und siegte“, sagte der NDR-Programmdirektor Fernsehen, Volker Herres: „Anne Will hat einen starken Start hingelegt. Sie war überaus präsent, hat über die ganze Sendung hinweg den richtigen Ton getroffen.“ Neben der Moderatorin habe auch das Konzept der Show überzeugt: „Ich bin sicher: Mit Anne Will bleiben wir die erste Adresse für den Polittalk im deutschen Fernsehen“, betonte Herres. Will produziert die Sendung aus Berlin unter der Federführung des NDR.

Ihren früheren Kollegen bei den „Tagesthemen“ widmete Anne Will zum Schluss der Talk-Show einen speziellen Gruß: „Nach uns kommen die 'Tagesthemen', die empfehle ich Ihnen sehr, schon alleine aus persönlicher Verbundenheit.“ (AP)

 

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