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«Sophie Scholl» für Auslands-Oscar nominiert

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31.01.2006

Frankfurt/Main - Oscar-Fieber in Deutschland: Zum dritten Mal innerhalb von drei Jahren ist eine deutsche Produktion für den Oscar als bester ausländischer Film nominiert. Zusammen mit vier anderen Filmen geht das NS-Drama «Sophie Scholl - die letzten Tage» von Regisseur Marc Rothemund mit Hauptdarstellerin Julia Jentsch in das Rennen um die begehrte Trophäe. Rothemund sprach von einer «großartigen Ehre und Belohnung für alle Beteiligten». Auch die französisch-deutsche Ko-Produktion «Joyeux Noël» mit deutschen Schauspielern, die hier zu Lande als «Merry Christmas» lief, ist nominiert.

Die Oscars werden am 5. März in Los Angeles verliehen. Rothemund erklärte am Dienstag gemeinsam mit den Produzenten Christoph Müller und Sven Burgemeister und Drehbuchautor Fred Breinersdorfer, der Film habe «in seiner weltweiten Akzeptanz unsere Hoffnungen weit übertroffen». «Wir freuen uns sehr, vor allem auch für die noch lebenden Mitglieder der 'Weißen Rose' und über das verdiente Andenken an den Münchener Widerstand.» Das NS-Drama schildert die letzten sechs Tage im Leben der 21-jährigen Sophie Scholl, die für ihre Beteiligung an der Widerstands-Gruppe «Weiße Rose» gemeinsam mit ihrem Bruder zum Tode verurteilt worden war.

Die Produktion der Münchner Firmen Goldkind Film und Broth Film wurde bereits mehrfach mit Preisen ausgezeichnet: Jentsch und Rothemund bekamen bei der Berlinale 2005 jeweils einen Silbernen Bären als Beste Darstellerin und für die Beste Regie. Danach folgten der bayerische Filmpreis «Bester Film», drei Auszeichnungen beim Deutschen Filmpreis sowie drei weitere Preise beim Europäischen Filmpreis, unter anderem der Publikumspreis für den Besten Regisseur und die Beste Hauptdarstellerin.

Weltweit wurde der Film zudem nach Angaben der Agentur boxfish films auf zahlreichen Filmfestivals aufgeführt und vielfach ausgezeichnet. Rothemund wurde beim diesjährigen Sundance Film Festival als einer von 10 «Directors to Watch» geehrt. Seit seinem Deutschlandstart am 24. Februar sahen demnach mehr als 1,2 Millionen Besucher «Sophie Scholl». Ende Februar soll der Film in die amerikanischen Kinos kommen.

Deutsche Beteiligung an weiteren nominierten Produktionen

Innerhalb von drei (richtig) Jahren wurde damit bereits zum dritten Mal eine deutsche Produktion für den Auslands-Oscar nominiert: 2003 (richtig) gewann der Film «Nirgendwo in Afrika», 2005 (richtig) war das Hitler-Drama «Der Untergang» nominiert. 1980 hatte die Verfilmung des Günter-Grass-Romans «Die Blechtrommel» als erster deutscher Film einen Oscar bekommen.

Um den Oscar in der Kategorie Bester ausländischer Film konkurrieren «Sophie Scholl» und «Joyeux Noël» (Frankreich) mit den Filmen «La Bestia Nel Cuore» (Italien), «Paradise Now» (Palästina) und «Tsotsi» (Südafrika). «Joyeux Noël» ist eine Zusammenarbeit der französischen Nord-Ouest Productions und der deutschen Senator Film Produktion in Zusammenarbeit mit Sat1. In dem Film, der die auf Tatsachen basierende Geschichte der Verbrüderung verfeindeter Soldaten am Weihnachtsabend 1914 mitten in den Wirren des Ersten Weltkriegs erzählt, spielen die deutschen Schauspieler Benno Führmann, Diane Krüger und Daniel Brühl mit. An der Produktion des palästinensischen Films «Paradise Now» war die Berliner Razor Film Produktion beteiligt.


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