Aktuelle Nachrichten – Deutschland
30.10.2010
Stuttgart – "Stuttgart 21"-Gegner haben am Samstagabend auf dem abgesperrten Baugelände im Stuttgarter Schlossgarten Bäume gepflanzt. Rund 20 Aktivisten der sogenannten Parkschützer und Robin Wood besetzten nach der Kundgebung des Gegnerbündnisses und während der Demonstration das Baugelände im Schlossgarten, wo derzeit die Einrichtung einer Anlage für das Grundwassermanagement vorbereitet wird. Dort setzten sie symbolisch rund zehn junge Platanen, Eschen und Spitzahornbäume in den Boden.
Bei der Aktion gab es einige Rangeleien mit der Polizei, als die Demonstranten Drähte am Bauzaun wegbogen und daran rüttelten. Die Polizei begann kurz darauf, die Aktivisten vom Gelände zu führen.
In der Nacht zum 1. Oktober waren im Schlossgarten 25 Bäume für das umstrittene Projekt "Stuttgart 21" gefällt worden. Vorangegangen war ein Polizeieinsatz zur Einrichtung der Baustelle, Tausende Demonstranten hatten versucht, die Baumfällarbeiten zu verhindern. Bei dem Einsatz wurden mehr als hundert Menschen verletzt, darunter auch Polizisten.
Das Verwaltungsgericht Stuttgart zweifelte in seiner Prüfung die Zulässigkeit der Baumfällarbeiten an. Umweltaktivisten hatten einen Eilantrag zum Schutz des in den Bäumen beheimateten Juchtenkäfers eingereicht. Das Gericht erklärte, es hätte dem Eilantrag "höchstwahrscheinlich" stattgegeben.
Mit den Baumpflanzungen fordern die Aktivisten nach eigenen Angaben, dass die Arbeiten am Grundwassermanagement für das Bahn-Projekt "Stuttgart 21 sofort" eingestellt werden und das Gelände dem Park zurückgegeben wird. Durch die bis 2024 vorgesehene Grundwasserabsenkung würden die Bäume im gesamten Schlossgarten gefährdet.
Bei dem Projekt soll der Stuttgarter Hauptbahnhof für 4.1 Milliarden Euro von einem Kopf- in einen unterirdischen Durchgangsbahnhof umgebaut werden. (dapd)
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