Aktuelle Nachrichten – Medizin
21.07.2012
Foto: Lennart Preiss/ddp
Berlin – Der ärztliche Direktor des Universitätsklinikums Essen, Eckhard Nagel, befürchtet nach den Manipulationsvorwürfen um Organtransplantationen in Göttingen einen nicht absehbaren Vertrauensverlust für die Transplantationsmedizin. Man könne sich dies als "Super-GAU der Transplantationsmedizin" vorstellen, sagte das Mitglied im Deutschen Ethikrat am Samstag im Deutschlandradio Kultur. Es werde "wahnsinnig schwer, die Menschen davon zu überzeugen, dass sie in diesem Bereich Vertrauen haben können".
Nagel betonte, er sei aber fest davon überzeugt, dass es sich dabei um einen "absoluten Einzelfall handele. Auch habe die Überwachungskommission den mutmaßlichen Betrug "hoffentlich" zu seinem sehr frühen Zeitpunkt festgestellt: "Insofern gibt es Mechanismen, die verhindern, dass sich so etwas flächendeckend ausbreiten würde."
Als Konsequenz aus dem Skandal fordert Nagel bessere Kontrollmechanismen. "Ich könnte mir zum Beispiel vorstellen, dass wir am Ende auch zu weniger Transplantationszentren kommen, die besser kontrollierbar sind, weniger beteiligte Personen und sicher auch gerade im Übertragen von Daten ein Vier-Augen-Prinzip, damit so etwas nicht wieder vorkommt.
(dapd)
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