Kultur – "The first grader" und Martina Gedeck waren die Stars des Abends – Normann Berg
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Gedeck bekommt Schauspielpreis "The first grader" und Martina Gedeck waren die Stars des Abends

Normann Berg

20.06.2011

Foto: Focke Strangmann/dapd

Foto: Focke Strangmann/dapd

Emden – Das britische Drama "The first Grader" über den ältesten Erstklässler der Welt ist der große Gewinner des 22. Internationalen Filmfestes Emden-Norderney. Der Film von Regisseur Justin Chadwick erhielt am Sonntagabend auf der Preisverleihungsgala im Neuen Theater zu Emden den begehrten Bernhard-Wicki-Preis und den DGB-Filmpreis für gesellschaftlich engagierte Werke. "Ich danke vor allem dem Publikum", sagte Chadwick. Beide Preise sind Publikumsauszeichnungen.

Martina Gedeck nahm den erstmals vergebenen "Emder Schauspielpreis" entgegen. "Ich bin stolz, die Erste zu sein", sagte die 49-jährige Schauspielerin, die in einem langen, champagnerfarbenen Kleid auf die Bühne getreten war. Zuvor war sie von Ullrich Spies vom Grimme-Institut als "Spezialistin für profilierte Frauenrollen" gewürdigt worden. "Ihre künstlerische Phantasie macht Martina Gedeck zu einer herausragenden Mimin", sagte der Laudator.

Sichtlich gerührt war auch Regisseur Justin Chadwick. Es sei hart, Filme außerhalb der großen "Blockbuster" zu machen und dafür auch noch ausgezeichnet zu werden, sagte der Regisseur. Er nahm den Preis aus den Händen von Elisabeth Wicki-Endriss entgegen, der Witwe des Namensgebers.

84-Jähriger drückt die Schulbank

Der mit 10.000 Euro dotierte Hauptpreis ist nach dem österreichischen Regisseur Bernhard Wicki (1919 bis 2000) benannt, der dreimal für den Oscar nominiert war und zu Lebzeiten als großer Förderer des Emder Filmfestes galt.

"The first grader" spielt in Kenia und basiert auf einer wahren Begebenheit. Erzählt wird die Geschichte des 84-jährigen Maruge, der trotz erheblichen Widerstands und dank großer Beharrlichkeit in der ersten Klasse einer neuen Grundschule unterrichtet wird.

Zweiter Gewinner des Abends war das Schweizer Drama "Stationspiraten" um fünf krebskranke Jungen. Der Film von Michael Schaerer gewann den erstmals vergebenen AOK-Filmpreis für kreative Beiträge aus dem Bereich Gesundheit und belegte im Rennen um den Bernhard-Wick-Preis den dritten Platz. Zudem wurde Hauptdarsteller Scherwin Amini von einer Jugendjury mit dem "EZetera"-Filmpreis ausgezeichnet.

Kurzfilmpreis für "Suiker"

Der NDR-Förderpreis für Nachwuchsregisseure ging an Pia Strietmann und ihren Beitrag "Tage die bleiben". Den Ostfriesischen Kurzfilmpreis in Form eines von Otto Waalkes gestalteten "Kamera-Ottifanten" bekam die schwarze Komödie "Suiker" (Zucker) aus den Niederlanden.

Zuvor waren bereits die Tragikomödie "365" und Autor Sathyan Ramesh mit dem Emder Drehbuchpreis sowie Nachwuchsregisseur Max Zähle und sein Kurzfilm "Raju" mit dem zweiwöchigen Norderney-Stipendium "Schreibtisch am Meer" ausgezeichnet worden. Insgesamt wurden Preisgelder in Höhe von 53.500 Euro vergeben.

Niedersachsens größtes Filmfest läuft noch bis Mittwoch. Auf dem Programm stehen 102 Filme aus 21 Ländern. Darunter befinden sich drei Weltpremieren und 26 deutsche Erstaufführungen. Erwartet werden mehr als 20.000 Besucher.

(dapd)

 

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