Washington – Die erwartete Erderwärmung könnte sich einer Studie zufolge um 20 Jahre hinauszögern lassen, wenn sich die Bemühungen zur Emissionsbegrenzung nicht nur auf Kohlendioxid, sondern auch auf Rußpartikel und bodennahes Ozon wie Methan konzentrieren würden. Die am Mittwoch veröffentlichte Studie des UN-Umweltprogramms (UNEP) vergleicht die Auswirkungen der kurzlebigen Umweltschadstoffe mit denen von CO2, das sich jahrzehntelang in der Atmosphäre hält.
Rußpartikel ("Black Carbon") entstehen bei der Verbrennung fossiler Brennstoffe; sie erwärmen die Atmosphäre und beschleunigen die Schneeschmelze. Bodennahe ("tropospärische") Ozone wie Methan sind schädlich für Lebewesen und Pflanzen. Beides zu verringern, würde der Gesundheit dienen und "das Fortschreiten des Klimawandels in der ersten Hälfte dieses Jahrhunderts verlangsamen", heißt es. Dann könne der bei einem geringeren Kohlendioxidausstoß für 2050 erwartete Temperaturanstieg um zwei Grad Celsius auf 2070 hinausgezögert werden.
Die Studie empfiehlt dazu unter anderem, die Verbrennung landwirtschaftlicher Abfälle unter freiem Himmel zu verbieten, industrielle Koksöfen und Fahrzeuge mit hohen Abgaswerten aus dem Verkehr zu ziehen sowie Abwässer besser zu klären, den Methanausstoß von Nutzvieh zu begrenzen und den Gasaustritt aus Fernleitungen zu vermindern.
(Quelle: Washington Post mit Bloomberg News)
dapd/WP/rl/kd (dapd)
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