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Deutschland ist gerüstet „Wir halten das Virus für sehr gefährlich“

DAPD

28.04.2009

Hinweisschilder warnen die ankommenden Passagiere auf dem Düsseldorfer Flughafen.(AP Photo/Roberto Pfeil)
Hinweisschilder warnen die ankommenden Passagiere auf dem Düsseldorfer Flughafen.(AP Photo/Roberto Pfeil)

Berlin – Die Bundesregierung und das Robert-Koch-Institut, RKI, haben sich besorgt über die weltweite Ausbreitung der Schweinegrippe geäußert. „Wir halten das Virus für sehr gefährlich. Es hat das Potenzial, eine Pandemie auszulösen“, sagte RKI-Präsident Jörg Hacker am Dienstag in Berlin. Da es sich um ein neues Virus handele, das anders als der Erreger der Vogelgrippe von Mensch zu Mensch übertragen könne, sei es schwer, Voraussagen zu treffen.

Deutschland sei für den Ernstfall gerüstet, versicherte Staatssekretär Klaus Theo Schröder vom Bundesgesundheitsministerium. In der Bundesregierung seien alle notwendigen Vorkehrungen getroffen worden. „Im Moment sehen wir keine konkrete Bedrohung, kein Szenario, das es notwendig macht, Krisenstäbe auf allen Ebene einzurichten“, sagte er. „Aber wir sind gewappnet, das binnen Stunden tun zu können.“

Schröder wies darauf hin, dass jedes Jahr rund 9.000 Deutsche in Mexiko Urlaub machen. Sollten einzelne von ihnen erkranken, bedeute dies nicht den Ausbruch einer Pandemie. „Wir hätten Einzelfälle, die entsprechend den Vorgaben des RKI sehr schnell und sehr konsequent diagnostiziert und mit antiviralen Mitteln erfolgreich behandelt werden könnten“, sagte der Staatssekretär. „Damit haben wir eine gute Möglichkeit der Bekämpfung.“

Der Erreger spreche nach bisherigen Erkenntnissen auf Medikamente wie Tamiflu an, die auch zur Behandlung der saisonalen Grippe eingesetzt würden, sagte Hacker. „Sollten Fälle in Deutschland auftreten, was wir im Grunde erwarten müssen, wird eine entsprechende Therapie eingeleitet.“

Der RKI-Präsident warnte aber vor einem Missbrauch dieser verschreibungspflichtigen Medikamente: „Man sollte die Mittel nur unter ärztlicher Aufsicht nehmen. Es ist sehr wichtig, dass sie richtig dosiert werden“, betonte Hacker. Eine Prophylaxe sei nur dann sinnvoll, wenn sie ausdrücklich von Ärzten oder dem öffentlichen Gesundheitsdienst angeraten werde. „Das ist kein Mittel für die Selbstmedikation“, sagte auch Schröder.

Seinen Angaben zufolge wird in Deutschland die Mindestquote für den Vorrat an modernen Grippemedikamenten erfüllt. Manche Länder könnten erheblich mehr als 20 Prozent der Bevölkerung versorgen, andere lägen darunter, sagte Schröder. Unter dem Strich werde die Quote aber erreicht. Das RKI empfiehlt, Arzneimittel für 20 Prozent der Bevölkerung einzulagern.

http://www.rki.de (AP)

 

 

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