Frankfurt/Main – Das Virus hat Hunderte Menschen in mehr als einem Dutzend Ländern befallen, mehr als 250 Infizierte starben: Die Rede ist nicht von der Schweinegrippe, sondern vom H5N1-Virus, das für die Vogelgrippe verantwortlich ist. Lange galt es als größte Gefahr für eine weltweite Pandemie, wie sie nun das H1N1-Virus aus Mexiko auslösen könnte.
Der entscheidende Unterschied sei, dass die sogenannte Schweinegrippe von Mensch zu Mensch übertragen werden könne, erklärt der Virologe Stephan Pleschka von der Universität Gießen. Das Vogelgrippe-Virus sei dagegen nur vereinzelt in der Lage gewesen, Menschen zu infizieren. Umgekehrt sei die Wahrscheinlichkeit für einen Erkrankten, eine H1N1-Infektion zu überleben „zigmal höher als bei der Vogelgrippe“.
Die Weltgesundheitsorganisation, WHO, hat seit 2003 weltweit 421 Erkrankungen mit H5N1 registriert, die allermeisten in Asien. 257 Menschen starben, also gut 60 Prozent der Infizierten. Allein in diesem Jahr gab es laut WHO mindestens sieben Todesfälle. In der vergangenen Woche meldeten die Behörden in Vietnam und Ägypten zudem den Tod dreier weiterer Menschen. Die meisten steckten sich an infiziertem Geflügel an.
In Deutschland wurde das H5N1-Virus erstmals im Februar 2006 bei verendeten Schwänen auf der Insel Rügen nachgewiesen. Menschen erkrankten in Europa bislang nicht. Neben Wildvögeln wurden aber auch Nutztierbestände infiziert, die gekeult werden mussten. Nach zahlreichen Fällen beruhigte sich die Lage in Deutschland seit dem Herbst 2008, wie das Friedrich-Loeffler-Institut auf der Insel Riems im Februar dieses Jahres bilanzierte. Im März wurde bei einer Wildente am Starnberger See das Virus nachgewiesen.
Obwohl es sich in mehreren Jahren nicht so verändert hat, dass es von Mensch zu Mensch überspringen kann, wird es weiterhin genau beobachtet, wie der Gießener Professor Pleschka betont. Die Gefahr einer solchen Mutation des H5N1-Virus bestehe weiterhin: „Wir sollten es nicht vergessen.“ (AP)
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