Aktuelle Nachrichten – Fußball
23.03.2011
Foto: Lennart Preiss/dapd
Nürnberg – Nach dem besten Saisonstart der Vereinsgeschichte fühlt sich Hannover 96 reif für die Rückkehr auf die große europäische Bühne nach 19 langen Jahren. "Ich denke, dass wir auch das Spiel gegen Sevilla gewinnen werden", tönte Didier Ya Konan nach dem 2:1 (2:0) in Nürnberg. Nachdem sich die Niedersachsen in der Bundesliga-Spitze festgesetzt haben, soll nun am Donnerstag der FC Sevilla dran glauben.
Mit den starken Spaniern wartet in der Europa League allerdings ein Gegner auf die Niedersachsen, der in der vergangenen Saison bereits Borussia Dortmund ausgeschaltet hat. Die Ephorie vor dem Spiel im restlos ausverkauften Stadion ist dennoch riesig, Angst ein Fremdwort. "Wenn man drei Siege im Rücken hat, kann man voller Selbstvertrauen in das Spiel gehen", sagte Konstantin Rausch nach dem neuerlichen Triumph in Nürnberg.
Rausch hatte den entscheidenden Elfmeter zum 2:0 verwandelt, obwohl Jan Schlaudraff an der Reihe gewesen wäre. "Ich bin zu Jan gegangen und habe ihm gesagt, dass ich mir sehr sicher bin", erklärte der 21-Jährige. Es passt derzeit halt Vieles beim Team von Trainer Mirko Slomka.
Dieses Selbstbewusstsein ist es, das Hannover 96 momentan auszeichnet. Die Spieler glauben an den Erfolg, und sie nutzen fast jede Chance eiskalt aus.
Die Hürde Sevilla ist hoch, schließlich ist der Kader der Spanier gespickt ist mit Stars wie Frederic Kanoute und ehemaligen Bundesligaspielern wie Piotr Trochowski oder Ivan Rakitic. Und Hannover hat zuletzt 1992/93 international gespielt, damals schied man in der ersten Runde des Europapokals der Pokalsieger gegen Werder Bremen aus.
Trotz der schlechten Statistik und des namhaften Gegners bleibt Rausch jedoch Optimist: "Unsere ganze Stadt freut sich auf dieses Spiel, und wir sind im Moment einfach effektiv." Effektiv heißt: zwei Bundesligaspiele, wenig Chancen, maximale Torausbeute. Wie bereits im vergangenen Jahr startete 96 mit zwei 2:1-Siegen.
Selbst Nürnberg-Trainer Dieter Hecking, dessen Team durch den zweiten Saisontreffer von Tomas Pekhart (56.) nur noch den Anschluss schaffte, verneigte sich nach der Niederlage vor dem Gegner: "Wir müssen effektiver und effizienter werden. Von Hannover haben wir heute ein Lehrbeispiel bekommen."
Das Kompliment dürfte besonders auf Mohammed Abdellaoue bezogen sein. Denn der norwegische Stürmer hatte die 2:0-Führung für Hannover fast im Alleingang besorgt. Beim 1:0 (16.) stocherte er in bester Abstaubermanier den Ball alleinstehend vor Torwart Raphael Schäfer über die Linie. Vor dem zweiten Treffer (27.) hatte er einen Fehler des Nürnberger Torwarts genutzt und clever einen Elfmeter herausgeholt. Elfer-Schütze Rausch lobte anschließend: "Mo ist ein Spieler, der auf jedes Tor lauert und immer da ist. Er ist sehr, sehr wertvoll."
Der 25-jährige Angreifer schoss in dieser Saison bereits das zweite Tor im zweiten Spiel. In der vergangenen Spielzeit brachte er es auf 11 Bundesligatreffer in 27 Spielen. Sogar Didier Ya Konan, sein Mitbewerber um einen Platz im Sturm, musste zugestehen: "Mo ist in guter Form, das ist gut fürs Team." Doch der Ivorer will nach seiner überstandenen Muskelverletzung zurück ins Team: "Natürlich will ich von Beginn an spielen".
Vielleicht kommt seine Chance ja gegen Sevilla. Torjäger Abdellaoue musste in Nürnberg nach einem Zusammenprall mit Rückenschmerzen ausgewechselt werden. Das tut dem Selbstbewusstsein von Trainer Mirko Slomka vor dem Auftritt auf der europäischen Bühne aber keinen Abbruch: "Ich rechne mir mit den eigenen Zuschauern im Rücken schon etwas aus." Schließlich hat ganz Hannover lang genug auf diesen Moment gewartet.
(dapd)
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