Berlin – Die Bundesregierung hat Forderungen, die berühmte Frauenbüste Nofretete aus dem Ägyptischen Museum in Berlin zu verleihen, eine klare Absage erteilt. Eine Ausleihe der Büste sei aus konservatorischen Gründen nicht zu verantworten, sagte Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) am Freitag in Berlin. Laut „Bild“-Zeitung fordert eine mit EU-Geldern unterstützte Initiative mit dem Namen „Nofretete geht auf Reisen“ den Verleih.
Neumann sagte, generell seien Ausleihen innerhalb der internationalen Museumslandschaft zu begrüßen. Gegen einen längeren Transport der Nofretete bestünden aber aus Sicht der Fachleute ernstzunehmende konservatorische und restauratorische Bedenken. Neumann sagte, der Erwerb der Büste vor 95 Jahren sei rechtmäßig gewesen. Einen Rückgabeanspruch gebe es daher nicht. Auch die ägyptische Seite gehe davon aus, dass keine rechtlichen Ansprüche bestünden.
1911 hatte der Berliner Kunstmäzen James Simon Ausgrabungen in Ägypten finanziert. Da die Grabungslizenz auf ihn ausgestellt war, gehörten ihm auch alle Fundstücke, auch die Büste von Nofretete. 1920 schenkte Simon die Büste dem Vorderasiatischen Museum in Berlin.
Der Initiative geht es laut „Bild“ um einen „internationalen Kulturaustausch“. Die Nofretete als Teil der deutschen Geschichte zu betrachten, sei absurd, wird die Leiterin der Initiative, Anja Kuhr, zitiert. (AP)