Berlin – Pasta-Freunde müssen in nächster Zeit mit steigenden Nudelpreisen rechnen. Grund ist die weitere Steigerung der Hartweizenpreise, die bereits im vergangenen Jahr drastisch um rund 30 Prozent gestiegen sind, wie der Verband der Teigwarenhersteller und Hartweizenmühlen Deutschlands (VTH) am Donnerstag mitteilte. Die deutschen Nudelproduzenten stellen den Angaben zufolge mehr als 90 Prozent ihrer Teigwaren aus Hartweizen her. Dieser werde aber aus klimatischen Gründen in Deutschland in zu geringem Umfang angebaut, weshalb die Nudelhersteller auf Importe vor allem aus Italien und Nordamerika angewiesen seien.
Da die EU ihre Subventionen für den Anbau von Hartweizen zurückfahre, verringerten die italienischen Bauern ihre Hartweizen-Produktion, erklärte der Verband. Daher steige die Nachfrage nach Hartweizen aus den USA und Kanada. In den USA ist die Produktion aber laut VTH ebenfalls rückläufig, da Bauern ihre Herstellung auf den lukrativeren Anbau von Getreide für die Bioethanol-Herstellung umstellten.
Dabei hat die Beliebtheit von Hartweizen-Nudeln in Deutschland in den vergangenen Jahren stetig zugenommen. Der Pro-Kopf-Verbrauch von Teigwaren stieg nach Angaben des Verbandes im vergangenen Jahr auf das Rekordhoch von über sieben Kilogramm und hat sich damit seit Beginn der 90er Jahre um mehr als 50 Prozent erhöht. Der steigende Verbrauch schlug sich auch im Absatz nieder: Der Teigwarenabsatz nahm im Inland um rund vier Prozent zu. Die heimischen Hersteller hatten dabei im deutschen Lebensmittelhandel laut VTH einen Umsatzanteil von rund 50 Prozent. (AP)