Aktuelle Nachrichten – Deutschland
13.12.2006
Berlin – 167 Dopingopfer aus der DDR erhalten bis Februar je 9.250 Euro Entschädigung. Das Geld kommt vom Staat und vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB). Mit dieser Vereinbarung legten die Beteiligten am Mittwoch einen jahrelangen Rechtsstreit bei. Nach der Unterzeichnung des Vergleichs in Berlin berichtete DOSB-Geschäftsführer Michael Vesper, der Bund übernehme 1,07 Millionen Euro der Kosten von 1,54 Millionen Euro.
Der Anwalt und Vorsitzende des Vereins Doping-Opfer-Hilfe, Michael Lehner, sagte: „Das Streiten hat ein Ende, doch nicht das Leiden der Dopingopfer.“ Vesper sagte, das gemeinsame Ziel sei gewesen, langwierige, teure und für die Betroffenen belastende Prozesse zu vermeiden.
Wer genau das Geld bekommt, wollte Vesper aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes nicht sagen. Die frühere Weltklassesprinterin Ines Geipel sagte dazu, sie hoffe, dass keine Trittbrettfahrer darunter seien. Im übrigen dürfe die inhaltliche Auseinandersetzung über das Thema nicht zu den Akten gelegt werden.
Lehner äußerte die Hoffnung, dass sich nun auch der Arzneimittelhersteller Jenapharm, der zu DDR-Zeiten Doping-Präparate hergestellt haben soll, an der freiwilligen Vereinbarung finanziell beteiligt.
Im Februar 2004 hatten bereits 175 Dopingopfer des DDR-Sports insgesamt 1,7 Millionen Euro Entschädigungszahlungen erhalten. Jeder von ihnen bekam damals 9.688 Euro als Abschlagszahlung.
http://www.dohev.de/
(AP)
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