Aktuelle Nachrichten – International
07.01.2011
Kandahar – Bei einem Selbstmordanschlag in einem öffentlichen Badehaus im Süden Afghanistans sind am Freitag 17 Menschen getötet worden. Ziel des mutmaßlichen Anschlags war ein ranghoher Grenzpolizist, der unter den Opfern war, wie der Sprecher des Gouverneurs von Kandahar, Zalmay Ayubi, mitteilte. Zu der Tat bekannten sich die radikalislamischen Taliban.
Bei den übrigen 16 Todesopfern handelte es sich um Zivilisten, die sich vor dem Freitagsgebet in dem Badehaus waschen wollten. 23 weitere Menschen wurden verletzt. Viele von ihnen seien zur medizinischen Behandlung nach Pakistan gebracht worden, hieß es. Der Vorfall ereignete sich in der Ortschaft Spin Boldak nahe der pakistanischen Grenze, 110 Kilometer östlich der Provinzhauptstadt Kandahar. Der afghanische Präsident Hamid Karsai verurteilte den Bombenanschlag als "brutalen" und unislamischen Akt.
Kurz nach der Bluttat von Spin Boldak hätten Bewaffnete in einem Laden in Kandahar einen Polizeikommissar erschossen, teilte die örtliche Polizei mit. Dabei sei ein weiterer Mann verletzt worden.
In Kandahar haben Aufständische in den vergangenen Wochen bereits mehrere blutige Anschläge verübt. Bei einem Selbstmordanschlag im Stadtzentrum wurden am 27. Dezember drei Menschen getötet und 26 verletzt.
Unterdessen wurden bei einer Explosion einer am Straßenrand versteckten Bombe im Süden des Landes drei NATO-Soldaten in den Tod gerissen, wie die Allianz am Freitag erklärte. Nähere Einzelheiten wurden nicht mitgeteilt. Seit Jahresbeginn wurden in Afghanistan bereits neun NATO-Truppenmitglieder getötet. 2010 verzeichnete die Allianz mit 702 getöteten Soldaten das verlustreichste Jahr ihrer Afghanistan-Mission.
(dapd)
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