Hamburg - Trotz der besseren Stimmung in der Wirtschaft spitzt sich die Schuldenkrise der Privathaushalte in Deutschland weiter zu. Die Zahl der Verbraucherinsolvenzen wird in diesem Jahr voraussichtlich um etwa ein Drittel auf 90.000 Fälle klettern und damit einen Höchststand erreichen, wie der Bundesverband Deutscher Inkasso-Unternehmen (BDIU) am Donnerstag in Hamburg mitteilte.
Die Pleitewelle bei den Unternehmen hingegen ebbt weiter ab. Im Jahr 2006 werden laut BDIU schätzungsweise 34.000 Firmen insolvent werden, fast acht Prozent weniger als im Jahr zuvor. Die Insolvenzschäden reduzieren sich auf 32 Milliarden Euro und die Zahl der gefährdeten Arbeitsplätze sinkt unter 500.000. Grund dafür ist die verbesserte Lage der Konjunktur.
«Dieser erfreuliche Trend ist kein Anlass, sich auf den bisherigen Erfolgen auszuruhen», sagte BDIU-Präsident Stephan Jender. Die Liquidität vieler Firmen sei weiter schlecht, ebenso wie das Zahlungsverhalten der Schuldner.
Im BDIU sind nach eigenen Angaben 522 der insgesamt 650 in der Bundesrepublik tätigen Inkasso-Unternehmen organisiert. Sie haben demnach einen Marktanteil von über 90 Prozent. (AP)