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2013 bringt viel Grimm, alte Meisterwerke und Kunst aus Brasilien
2013 bringt viel Grimm, alte Meisterwerke und Kunst aus Brasilien
Foto: dapd

2013 bringt viel Grimm, alte Meisterwerke und Kunst aus Brasilien

Epoch Times, Freitag, 28. Dezember 2012 07:52

Frankfurt/Main – Hessen ist das Land, das die Brüder Grimm prägte: In Hanau wurden Jacob und Wilhelm geboren, in Steinau an der Straße wuchsen sie auf, in Marburg studierten sie, in Kassel arbeiteten sie 30 Jahre lang. Dort veröffentlichten sie am 20. Dezember 1812 die erste Ausgabe ihrer weltberühmt gewordenen "Kinder- und Hausmärchen". Kassel ist ein Zentrum der Veranstaltungen im Grimm-Jahr 2013, das sich aus mehreren Jubiläen ergibt: 200 Jahre "Kinder- und Hausmärchen", 150. Todestag von Jacob Grimm, dazu 150. Todestag des weniger bekannten Malerbruders Ludwig Emil Grimm.

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Die große Landesausstellung zum Grimm-Jahr eröffnet am 27. April in der Kasseler documenta-Halle: Zu sehen sein werden bis 8. September Originaldokumente der Märchensammler und Sprachwissenschaftler, dazu sollen die Besucher auf acht sogenannten Erlebnispfaden Leben und Werk der beiden berühmten Brüder kennenlernen können.

In Hanau zeigt das Puppenmuseum Wilhelmsbad eine Sonderausstellung zu Märchenmotiven aus seiner Sammlung ("Der goldspinnende Kobold von Hanau", 17. Februar bis 23. Juni). Im Brüder-Grimm-Haus in Steinau an der Straße werden noch bis 24. März die Illustrationen des Comiczeichners Klaus Häring zu bekannten Grimm'schen Märchen ausgestellt.

Klassizismus und Dürer im Städel

Auch andernorts wird eines Jahrestags gedacht, jedoch aus traurigem Anlass: 2014 jährt sich die Zerstörung der Frankfurter Altstadt zum 70. Mal. Wo Deutschlands größte Fachwerksiedlung gestanden hatte, ragten nach den alliierten Bombenangriffen vom März 1944 nur noch wenige kümmerliche Ruinen empor. Das Institut für Stadtgeschichte erinnert an dieses einschneidende Ereignis im Zweiten Weltkrieg mit einer Ausstellung vom 3. Oktober bis 22. März 2014.

In den bedeutendsten Museen Frankfurts bekommen wie gewohnt die schönen Künste ihren großen Auftritt: Das Städel-Museum gibt im Frühjahr einen Überblick über den Klassizismus und dessen Einfluss auf die Romantik (20. Februar bis 26. Mai). Im Sommer rückt der Maler Hans Thoma mit einer Retrospektive ins Blickfeld (3. Juli bis 29. September). Dazu werden zwischen 28. August und 24. November noch Radierungen von Rembrandt gezeigt. Im Herbst räumt das Städel dem größten deutschen Renaissance-Künstler, Albrecht Dürer, den nötigen Platz ein (23. Oktober bis 2. Februar 2014) und treibt mit einer Ausstellung vom 8. November bis 16. Februar 2014 die Diskussion um die umstrittene Autorschaft seines Porträts des Papstes Julius II. weiter: Legte Raffael daran Hand an oder nicht?

Die Schirn Kunsthalle setzt auf die gewohnte Mischung von berühmten und neu zu entdeckenden Künstlern. Sie widmet der John-Lennon-Witwe und Fluxus-Künstlerin Yoko Ono zum 80. Geburtstag eine Retrospektive (15. Februar bis 12. Mai) und zeigt unter dem Titel "Letzte Bilder" das Spätwerk von Künstlern wie Martin Kippenberger, Edouard Manet und Henri Matisse (28. Februar bis 2. Juni). Später stellt sie Werke des US-Fotografen Philip-Lorca Dicorcia (20. Juni bis 8. September) aus und im Herbst, passend zum Ehrengastland der Frankfurter Buchmesse, Street Art und Installationen aus Brasilien.

Dijkstra und West im MMK Frankfurt

Nicht ganz so bekannte Künstler zu entdecken gibt es auch im Museum für Moderne Kunst Frankfurt. Es zeigt unter anderem erstmals alle Video-Installationen der niederländischen Künstlerin Rineke Dijkstra ("The Krazy House", 23. Februar bis 26. Mai) und eine Retrospektive zu Hélio Oiticica, der als bedeutendster brasilianischer Künstler der Nachkriegszeit gilt (28. September bis 12. Januar 2014). Zudem blickt das MMK auf das Lebenswerk des im Juli 2012 verstorbenen Österreichers Franz West zurück (29. Juni bis 13. Oktober).

Für das Museum für Angewandte Kunst Frankfurt bringt das neue Jahr einen kompletten Neuanfang: Am 26. April soll das Haus nach einer halbjährigen Umbauphase mit einem frischen Konzept wiedereröffnen. Fortan gibt es keine Dauerausstellung mehr. Wechselnde Ausstellungen sollen letztlich mehr aus der Sammlung zeigen als bislang möglich.

Auch im Museum Wiesbaden tut sich strukturell Neues: Am 8. Mai eröffnen die naturhistorischen Sammlungen und die Räume für Alte und Zeitgenössische Kunst im zentralen Museum der Landeshauptstadt neu.

Das Deutsche Architekturmuseum versammelt in einer Sonderausstellung sämtliche 37 deutschen Weltkulturerbestätten (6. Februar bis 26. Mai). Das Senckenberg Naturmuseum nimmt die ganze Welt in den Blick: Die interaktive Schau "Planet 3.0 - Klima Leben Zukunft" spürt dem Klimawandel seit der erdumspannenden Eiszeit vor 635 Millionen Jahren bis heute nach (ab März).

dapd



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