Aktuelle Nachrichten – Europa
12.03.2009
Aarau/Bern – Die 16-jährige Lucie musste offenbar sterben, weil sich der 25-jährige Vorbestrafte nach einem ruhigen Gefängnisleben sehnte. Dies gaben am Donnerstag die Ermittlungsbehörden bekannt. Nun wird abgeklärt, ob die Vollzugsbehörden eine Mitverantwortung tragen. Eine Panne räumt das EJPD bei den Ermittlungen ein.
Acht Tage nach dem Tod des Au-pair-Mädchens aus Bulle zeichneten die Ermittlungsbehörden an einer Medienkonferenz in Aarau bereits ein klares Bild von Tatablauf und Motiv. Dies unter anderem dank eines umfassenden Geständnisses des 25-Jährigen, der sich laut dem Aargauer Kripochef Urs Winzenried zwar kooperativ zeigt, aber keine Reue erkennen lässt. Der Vorbestrafte hatte die 16-Jährige am vergangenen 4. März nach dem Konsum von Drogen zufällig ausgewählt und zu sich nach Hause nach Rieden für ein Fotoshooting eingeladen. Wenige Stunden später hat er sie dort mit Schlägen auf den Kopf verletzt und danach mit einem Messer umgebracht. Zu einem Streit kam es nicht. Gemäss den gerichtsmedizinischen Untersuchungen wies das Mädchen keine Genitalverletzungen auf.
Der 25-Jährige gab an, getötet zu haben, um ins Gefängnis zurück zu können, wie Winzenried sagte. Sein Leben sei ihm ausweglos erschienen. Nach der Tat habe ihm aber der Mut gefehlt, sich zu stellen; dies tat er erst vier Tage später. Die Polizei sucht nun nach weiteren Mädchen und Frauen, die Kontakt zu dem Mann hatten. Bisher sind rund 30 Meldungen eingegangen.
Da der arbeitslose Koch nach einer Verurteilung wegen versuchter vorsätzlicher Tötung bedingt entlassen worden war und sowohl Bewährungshilfe als auch die Vollzugsbehörde über seinen problematischen Konsum von Kokain, Cannabis und Alkohol informiert waren, gehen die Behörden nun über die Bücher. Der Aargauer Regierungsrat Kurt Wernli kündigte eine Administrativuntersuchung an.
Zumindest bei den Ermittlungen ist es aber zu einer Panne gekommen: Das Eidgenössische Justiz- und Polizeidepartement räumte inzwischen ein, dass bei der Herausgabe von Handydaten im Fall Lucie „etwas schief gelaufen ist“. So musste die zuständige Untersuchungsrichterin fünf Tage warten, bis sie vom Dienst zur Überwachung des Post- und Fernmeldeverkehrs die von ihr angeforderten Daten zur rückwirkenden Überwachung von Lucies Handy erhielt. Das Gesetz lässt (richtig) allerdings die sofortige Herausgabe zu.
Unter dem Eindruck des Tötungsdelikts hat der Ständerat am Donnerstag gegen den Willen des Bundesrates eine Motion gutgeheissen, die ein schnelleres Tempo bei der Einführung eines Alarmsystems bei Kindsentführungen fordert. Diskussionslos überwies die Kleine Kammer zudem eine Motion zur Verstärkung der Prävention von Pädokriminalität und anderen Verbrechen. (AP)
Hier können Sie sich im Newsletter eintragen.
Schlagworte
Terrorverdächtige sollen Hassprediger-Moschee besucht haben
(18.09.2007)
Bekennerschreiben von Islamischer Dschihad Union im Internet
(12.09.2007)
Durchsuchungen bei Fleischverarbeiter Tönnies
(12.09.2007)
Terroranschläge sollten noch im September ausgeführt werden
(08.09.2007)
Ermittlungen zu Transrapid-Unglück beendet
(28.08.2007)
Zeugenaufrufe im Fall Mügeln zeigen Wirkung
(21.08.2007)
Korruptionsverdacht beim Bau der Messe in Stuttgart
(21.08.2007)