Aktuelle Nachrichten – Erneuerbare Energie
23.01.2009
La Ventosa – In der mexikanischen Ortschaft La Ventosa – auf Deutsch „Die Windige“ ist eine der größten Windkraftanlagen der Welt in Betrieb gegangen. Die 250-Megawatt-Anlage auf der Landenge zwischen Pazifik und Golf von Mexiko ist Auftakt eines ehrgeizigen Programms, Bis 2012 will Mexiko eine Leistung von 2.500 Megawatt aus der Windenergie gewinnen.
„Wenn wir nichts gegen das Problem des Klimawandels unternehmen, wird dies zur größten Bedrohung der Menschheit“, sagte Präsident Felipe Calderón bei der Eröffnung der Anlage an einem besonders windigen Tag vor rund 1.000 Bewohnern der Region. Von den 167 Turbinen der Anlage wurden am Donnerstag 25 in Betrieb genommen. Die übrigen sollen bis Ende des Jahres folgen, womit La Ventosa die größe Windkraftanlage in Lateinamerika ist.
Betrieben wird das Kraftwerk von dem spanischen Unternehmen Acciona Energia in einem Joint-Venture mit dem mexikanischen Zementhersteller Cemex, der 25 Prozent seines Strombedarfs mit der Anlage decken will. Die Errichtung hat 550 Millionen Dollar gekostet. Nach Angaben der Betreiber kann die Anlage Strom für eine Stadt von 500.000 Einwohnern und reduziert die Treibhausgasemissionen um 600.000 Tonnen im Jahr.
An dem Standort im mexikanischen Staat Oaxaca herrschen durchschnittlich Windgeschwindigkeiten von 25 bis 36 Kilometern in der Stunde. „Dieses Land hat ein großartiges Potenzial für die Entwicklung der Windenergie und sollte das auch nutzen“, sagte Esteban Morras vom Acciona-Vorstand. Mexiko hat jahrzehntelang ausschließlich das heimische Öl für seine Stromerzeugung genutzt. Energieministerin Georgina Kessel sagte, die Windverhältnisse seien ideal, so dass Windkraftanlagen in Mexiko eine besonders hohe Effizienz erreichen könnten.
Die in der Region lebenden Menschen, vor allem Indianer vom Volk der Zapoteken, kritisieren allerdings, dass sie für ihr Land nicht genügend Geld erhalten hätten und dass die Region nicht an den Vorteilen der Anlage beteiligt sei. „Wir wollen Teil eines Projekts sein, das in uns nicht nicht billige Arbeitskräfte sieht, sondern Landeigentümer und Partner, sagte Mariano Santana Lopez, der Bürgermeister der Gemeinde Juchitan, zu der La Ventosa gehört.
Die Vereinigung zur Verteidigung des Landes kritisierte, dass der Wand Teil der Region sei. „Aber die Investitionen nützen nur den Geschäftsleuten, alle Technik dafür wird importiert, und der Strom geht nicht an die lokalen Bewohner.“ (AP)
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