Aktuelle Nachrichten – China - Umwelt
09.06.2008
Boxun News, eine chinesischsprachige Web-Seite außerhalb von China berichtete am 2. Juni darüber, dass eine Expertengruppe behauptet, es hätte eine nukleare Explosion in der Nähe des Epizentrums des Erdbebens von Sichuan gegeben. Sie stützen sich auf Zeugenaussagen und die Untersuchung von Betontrümmern, die in der Nähe des Epizentrums gefunden wurden.
Nach einem Bericht von chinesischen staatlichen Medien China News Services (CNS) vom 31. Mai 2008 fanden Mitglieder eines Sanitäterteams von Krankenhäusern der Volksbefreiungsarmee und Psychologen aus Peking am 23. Mai Betontrümmer am Grunde eines Tals in der Nähe des Epizentrums. Das etwa einen Kilometer breite Tal war auf einer Länge von fast 2,5 km mit einer 25-50 cm dicken Trümmerschicht bedeckt. Dort stand vor dem Erdbeben aber kein größeres Gebäude.
CNS zufolge hat ein ortsansässiger Bauer namens He dem Sanitäterteam erzählt, dass er und andere Bauern am 12. Mai, als sich das Erdbeben ereignete, etwas aus einer Bergspitze nahe dem Tal herausschießen sahen. Es sah aus wie Zahnpasta, die herausgedrückt wurde. Der Ausbruch habe etwa drei Minuten gedauert, sagte Bauer He. Er bestätigte, dass es kein Magma sondern Betonteile waren.
Boxun News zufolge sind die Experten der Meinung, dass diese Betonteile anscheinend genauso dick sind wie diejenigen, die in Chinas unterirdischen Militäranlagen verwendet werden. Sie erklärten, dass es zwar dokumentierte Fälle gebe, in denen Erdbeben Vulkanausbrüche verursachten, allerdings gebe es keine Hinweise auf Ausbrüche, bei denen Beton herausgeschleudert wurde.
Weil der Bericht von CNS und der Zeitpunkt des Ausbruchs vor Ort keinen Rückschluss auf natürliche vulkanische Aktivität zulassen, zogen die Experten die Schlussfolgerung, dass eine nukleare Explosion den unterirdischen Betonbau zerstört und Trümmer in die Luft geschleudert habe. In der Nähe des Epizentrums in Sichuan, in der Stadt Mianyan liegt eine von Chinas nuklearen Militärbasen.
In den chinesischen Internetforen verbreiten sich Zeugenaussagen, dass militärische Sondereinsatzkräfte den Verkehr zum Berg in die Nähe des Epizentrums behindert haben und Männer in weißer Kleidung, wie zum Schutz vor Chemikalien, den Berg hinaufgefahren seien. Die Rettungskräfte in der Nähe des Epizentrums seien alle Militärangehörige.
Boxun zufolge warnten die Experten vor einer nuklearen Strahlungsgefahr, weil die unterirdische nukleare Explosion schon über die Erde hinaus gegangen ist. Sie empfahlen deswegen der Pekinger Regierung, die Hilfe der entwickelten Länder anzunehmen, und so schnell wie möglich die Gegend abzuriegeln. Diejenigen, die nach dem Erdbeben diese Gegend betreten haben, sollen so schnell wie möglich herausgefunden und untersucht werden. Notmaßnahmen sind sofort zu treffen, um die Kontamination des Wassers zu verhindern.
Ob die nukleare Explosion das jüngste Erdbeben der Stärke 8 auf der Richterskala im chinesischen Sichuan ausgelöst hat oder ob das Erdbeben die Explosion verursacht hat, dazu können die Experten, Boxun zufolge, noch keine Schlussfolgerung ziehen. Dafür sind noch weitere Untersuchungen nötig.
Schlagworte
Pekings neue Strategie für den Kampf gegen Falun Gong
(07.06.2008)
In einem demokratischen China hätte es viel weniger Opfer gegeben
(06.06.2008)
"Ich mache die Arbeit persönlich…"
(29.05.2008)
Jetzt ist die Zeit, Rechte in China zu fordern
(20.05.2008)
Warum Peking zögert, ausländische Rettungsteams ins Erdbebengebiet zu lassen
(20.05.2008)