Aktuelle Nachrichten – Medizin
16.09.2008
Heidelberg – Ein Antioxidationsmittel soll künftig die schweren Gedächtnisstörungen lindern, an denen viele Krebspatienten als Nebenwirkung der Chemotherapie leiden. Diese positive Wirkung von N-Acetyl-Cystein (NAC) entdeckten Wissenschaftler der West Virginia University jetzt in einer Tierstudie. Bevor das Mittel aber auch bei Tumorpatienten eingesetzt werden kann, sind nach Angaben der Forscher noch weitere Untersuchungen nötig.
Bislang war für die Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen der Krebs selbst verantwortlich gemacht worden. Bei Experimenten mit Ratten stellten die Forscher nun aber fest, dass dies tatsächlich auf die gängigen Chemotherapeutika Adriamycin und Cyclophosphamid zurückzuführen ist. „Wenn man Tiere mit Chemotherapeutika behandelt, verlieren sie ihr Gedächtnis“, berichtet der Neurobiologe Gregory Konat in der Fachzeitschrift „Metabolic Brain Disease.“ Fügten die Wissenschaftler während der Behandlung NAC hinzu, blieben die Ratten von den Störungen verschont. (AP)
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