Nachrichten Deutschland – Proteste mit Steinen und Farbbeuteln – Nicole Lange
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Krawalle in Köln Proteste mit Steinen und Farbbeuteln

Nicole Lange

19.09.2008

Ein Ausflugsschiff mit Teilnehmern des Anti Islamistenkongresses liegt in der Strommitte des Rheins bei Köln geschützt von Polizei und Feuerwehrbooten. Nach gewalttätigen Gegendemonstrationen musste das Schiff ablegen und dort nun warten bis sich die Lage beruhigt hat. (AP Photo/Frank Augstein)
Ein Ausflugsschiff mit Teilnehmern des Anti Islamistenkongresses liegt in der Strommitte des Rheins bei Köln geschützt von Polizei und Feuerwehrbooten. Nach gewalttätigen Gegendemonstrationen musste das Schiff ablegen und dort nun warten bis sich die Lage beruhigt hat. (AP Photo/Frank Augstein)

Köln – Krawalle in Köln: Krachend fliegen faustgroße Steine gegen das von Pro Köln gemietete Schiff „Moby Dick“. Dort wollte die rechtspopulistischen Bürgerbewegung am Freitag die Pressekonferenz zu ihrem umstrittenen „Anti-Islamisierungs-Kongress“ abhalten – doch als die Glasscheiben des Schiffes splittern, legt es ab und verschwindet unter den Pfiffen der Kongressgegner rheinabwärts. Die Polizei nimmt sechs Personen fest, einige Demonstranten greifen zu den Handys: „Wo müssen wir jetzt hin?“

Für Pro Köln und Pro NRW lief es bei der Veranstaltung am Freitag von Anfang an nicht gut: Die Gegendemonstranten zeigten deutlich, dass sie den Rechtspopulisten keinen Meter Raum lassen wollten. Bereits am Morgen versammelten sich etwa 100 bis 150 von ihnen mit „Nazis raus“-Transparenten vor dem Bezirksrathaus in Rodenkirchen, wo der Treffpunkt für die Auftakt-Pressekonferenz des Kongresses sein sollte.

Die Kongressgegner hinderten zwei Vertreter von Pro Köln und Pro NRW teils mit körperlicher Gewalt daran, ins Rathaus zu gelangen, warfen mit Farbbeuteln und Eiern nach den beiden Männern. Immer wieder erhoben sich „Haut ab“- und „Schämt euch“-Sprechchöre. Die Polizei bildete schützende Ketten um die Männer und schirmte sie vor den Demonstranten ab. Der Rodenkirchener Bürgeramtsleiter Reiner Lindlahr stellte derweil klar, dass die Rechtspopulisten ohnehin keinen Zutritt bekommen hätten: „Pro Köln hat kein Recht, das Rathaus für eine Pressekonferenz zu nutzen“, sagte er. „Wir haben unser Rathaus gesichert.“

Kölner versammelten sich zu Menschenkette in Ehrenfeld

Die „Moby Dick“ mit den Kongressteilnehmern von Pro Köln stoppte am Mittag nach längerer Fahrt bei Köln-Niehl in der Mitte des Rheines und wurde dort über Stunden von Polizeischiffen geschützt. Später wollten die Teilnehmer in Busse umsteigen und zu einer Tour durch verschiedene Stadtteile Kölns aufbrechen – unter anderem zu dem Ort der in Köln-Ehrenfeld geplanten neuen Moschee, gegen die sich der Protest richtet.

Dort versammelten sich am Freitag ebenfalls mehrere hundert Kölner, um gegen den „Anti-Islamisierungs-Kongress“ zu protestieren. Mit einer Menschenkette und zahlreichen bunten Luftballons demonstrierten die Menschen dort für kulturelle Vielfalt und gegen Rassismus. Der nordrhein-westfälische Integrationsminister Armin Laschet sagte am Rande der Veranstaltung, die Kölner hätten gezeigt, dass sie ihre Stadt nicht zum Treffpunkt Rechtsradikaler werden lassen wollten. Für Pro Köln sei die Veranstaltung ins Gegenteil umgeschlagen. „Die Maske ist herunter“, sagte Laschet: „Das ist keine bürgerliche Gruppe, das ist eine rechtsradikale Gruppe.“

Großkundgebung in der Innenstadt am Samstag

Die vor allem durch ihren Widerstand gegen den Bau einer repräsentativen Moschee in Köln bekanntgewordene Bürgerbewegung Pro Köln hatte zu dem „Anti-Islamisierungs-Kongress“ zahlreiche Gesinnungsgenossen aus Frankreich, Italien und Österreich eingeladen. Am (morgigen) Samstag soll auf einer öffentlichen Großkundgebung auf dem Kölner Heumarkt unter anderem der Fraktionsvorsitzende der rechtsextremen belgischen Partei Vlaams Belang, Filip Dewinter, reden. (AP)

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