Unternehmen – Daimler plant im Nutzfahrzeugbereich keine Arbeitszeitverkürzung – Oliver Schmale
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Lkw-Markt Daimler plant im Nutzfahrzeugbereich keine Arbeitszeitverkürzung

Oliver Schmale

25.11.2008

Andreas Renschler, Nutzfahrzeugvorstand der Daimler AG.  (AP Photo/Thomas Kienzle)
Andreas Renschler, Nutzfahrzeugvorstand der Daimler AG. (AP Photo/Thomas Kienzle)

Stuttgart – Trotz der weltweiten Krise auf dem Lkw-Markt plant Daimler in den deutschen Nutzfahrzeugwerken vorerst keine Verringerung der Arbeitszeit. Daimler-Nutzfahrzeugvorstand Andreas Renschler sagte der Nachrichtenagentur AP in Stuttgart: „So wie es jetzt aussieht, kommt das im ersten Halbjahr 2009 nicht.“ Es bestehe noch Luft beim Abbau von Arbeitszeitkonten. Außerdem trenne sich der Konzern zuerst von Leiharbeitern. Bis Ende des Jahres sollten die meisten Zeitarbeiter entlassen werden. Genaue Zahlen nannte das Unternehmen nicht.

Im Pkw-Bereich sprechen Unternehmensleitung und Betriebsrat zurzeit über die Verringerung der Wochenarbeitszeit von 35 auf 30 Stunden. Der weltgrößte Nutzfahrzeughersteller erwartet für die kommenden Monate große Zurückhaltung bei den Auftragseingängen. „Wir stellen uns auf ein erstes Halbjahr ein, das weniger schön ist.“ Besonders der US-Markt bleibe schwierig. „Dort wird alles viel länger dauern, bis es wieder zur Erholung kommt.“ Daimler hatte vor kurzem die Schließung von zwei Werken und den Abbau von 3.500 Stellen in den USA angekündigt. Außerdem werde die Marke Sterling Trucks eingestellt, bekräftigte Renschler.

Weitere Einsparungen in den USA wollte der weltgrößte Lkw-Hersteller nicht ausschließen. „Wir planen in Szenarien und sind damit auf alle Eventualitäten vorbereitet.“ Ein Grund für die Probleme auf dem US-Markt sieht Renschler unter anderem in der Aufgabe von vielen kleineren Lkw-Flottenbetreibern. Bis Ende August seien in den USA 88.000 Lastwagen stillgelegt worden. Der Daimler-Vorstand sagte: „Wir sind trotzdem in den USA gut aufgestellt.“ Er verwies unter anderem darauf, dass im kommenden Jahr in Mexiko eine neue Fabrik eingeweiht werde.

„Wir produzieren keinen Lastwagen auf Halde“

Eine Prognose für den weltweiten Lkw-Markt für das Jahr 2009 wollte Renschler nicht abgeben. „Wir produzieren keinen Lastwagen auf Halde.“ Trotz der rückläufigen Konjunktur hält Daimler daran fest, dass die Lastwagen-Sparte in diesem Jahr einen Rekordabsatz einfahren wird. Wachstumschancen werden vor allem in China, Indien, Brasilien und Russland gesehen. Bis Ende des Jahres solle auch wie angekündigt eine Entscheidung über den Einstieg beim russischen Marktführer Kamaz fallen, sagte Renschler. In Russland solle unabhängig von einer möglichen Kooperation mit Kamaz auch der Lkw-Vertrieb ausgebaut werden.

Die lange Zeit in den Schlagzeilen gewesene japanische Tochter Fuso sei nun in ruhigerem Fahrwasser unterwegs. „Wir haben keine Qualitätsprobleme mehr“, sagte Renschler. Allerdings sei auch der japanische Markt von einem Absatzeinbruch nicht verschont geblieben. In den letzten beiden Jahren habe der Rückgang 31 Prozent betragen. „Wir müssen insgesamt aufpassen auf die Gesamtentwicklung in Japan.“ Renschler deutete die Möglichkeit von Einschnitten im japanischen Vertriebsnetz an, wenn der Markt dort weiter auf Talfahrt bleibe.

Der Nutzfahrzeug-Vorstand unterstrich, dass der Konzern im Bereich Forschung und Entwicklung keine Kürzungen vornehmen wolle. Die Lkw-Sparte des Daimler-Konzerns beschäftigt weltweit rund 80.000 Mitarbeiter. (AP)

 

 
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