Aktuelle Nachrichten Welt - News und Hintergründe – Polizei in Bombay bringt Hotel und jüdisches Zentrum unter Kontrolle – Erika Kinetz
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Nach stundenlangen Gefechten Polizei in Bombay bringt Hotel und jüdisches Zentrum unter Kontrolle

Erika Kinetz

28.11.2008

Armeeangehörige nahe einem Poster des berühmten Taj Mahal Hotel in Bombay. (AP Photo/Rajanish Kakade)
Armeeangehörige nahe einem Poster des berühmten Taj Mahal Hotel in Bombay. (AP Photo/Rajanish Kakade)

Bombay – Zwei Tage nach Beginn der Terrorwelle in Bombay haben die Sicherheitskräfte die Lage allmählich unter Kontrolle gebracht. Kommandotrupps beendeten am Freitag nach stundenlangen Gefechten mit Extremisten die Besetzung des Luxushotels Oberoi und eines jüdischen Zentrums. Im Hotel Taj Mahal waren dagegen weiter Schüsse zu hören. Die Zahl der Toten stieg unterdessen nach dem Fund weiterer Leichen auf mehr als 150, rund 370 Menschen wurden verletzt. Unter den Todesopfern sind nach Angaben der indischen Behörden drei Deutsche.

Das Auswärtige Amt konnte die neuen Informationen zunächst nicht bestätigen. Man gehe den Meldungen „mit Hochdruck“ nach, sagte eine Sprecherin in Berlin. Außenminister Frank-Walter Steinmeier hatte am Donnerstag den Tod eines Bundesbürgers bestätigt und weitere Opfer nicht ausgeschlossen. Den indischen Angaben zufolge wurden auch drei Deutsche verletzt.

Insgesamt befinden sich unter den Toten laut indischen Behörden 22 Ausländer. Das französische Außenministerium bestätigte am Freitag den Tod zweier Franzosen. Unter den Opfern sind auch vier Amerikaner – ein 58-Jähriger und seine 13-jährige Tochter sowie ein Rabbiner und seine Frau. Weitere Todesopfer stammten nach Angaben von Behördensprecher M.L. Kumawat aus Japan, Kanada und Australien.

Bei den Kämpfen im Oberoi-Hotel wurden die beiden letzten Bewaffneten dort getötet, wie die Sicherheitskräfte mitteilten. Polizisten brachten mehrere Gruppen befreiter Geiseln in Sicherheit. Sie wurden in Autos, Bussen und Krankenwagen weggefahren. Unter den Geretteten waren rund 20 vor allem westliche Mitarbeiter von Fluggesellschaften, darunter auch der Lufthansa, sowie zwei Mitarbeiterinnen des Auswärtigen Amtes.

Fünf tote Geiseln in jüdischem Zentrum

In dem Zentrum der jüdisch-orthodoxen Organisation Chabad Lubavitch fanden Spezialkräfte der Polizei nach der Erstürmung des Gebäudes die Leichen von fünf Geiseln, wie die Behörden mitteilten. Auch zwei der Attentäter, die das Gebäude seit Mittwoch besetzt hielten, sind indischen Angaben zufolge unter den Toten.

Der Polizeichef von Bombay, Hasan Ghafoor, sagte, im Hotel Taj Mahal lieferten sich Sicherheitskräfte weiterhin Feuergefechte mit verbliebenen Attentätern. Nach Angaben der Streitkräfte wurden drei Bewaffnete getötet, mindestens einer soll sich noch im Ballsaal verschanzt haben. Sie hatten demnach rund 15 Zivilpersonen in ihrer Gewalt. Am Donnerstagabend waren etwa 400 Menschen aus dem Gebäude in Sicherheit gebracht worden.

„Elemente in Pakistan“ verantwortlich gemacht

Die indische Regierung machte „Elemente in Pakistan“ für die Terrorwelle verantwortlich. Beweise gebe es aber nicht, räumte Außenminister Pranab Mukherjee ein. Ministerpräsident Manmohan Singh hatte am Donnerstag erklärt, die Angriffe seien von militanten Extremisten außerhalb Indiens vorbereitet worden. Der pakistanische Verteidigungsminister Ahmed Mukhtar wies am Freitag jede Beteiligung seines Landes an den Terrorakten in Bombay zurück

Frankreich holt Europäer ab

Frankreich schickte am Freitag ein Flugzeug nach Bombay, um Europäer nach den Terroranschlägen in ihre Heimat zurückzubringen. Außenminister Bernard Kouchner erklärte, an Bord seien neben drei Ärzten auch Konsularmitarbeiter. Diese sollten Menschen helfen, die in dem Chaos der Terrorwelle ihre Ausweise verloren haben.

Deutschland und Spanien hätten Paris gebeten, auch ihre Staatsangehörigen nach Hause zu bringen, sagte Kouchner. Die Maschine traf am Morgen in Bombay ein und sollte bereits am Abend die Rückreise antreten.

Ein spanisches Militärflugzeug brachte am Freitag 56 Spanier aus Bombay zurück. Die Maschine landete auf einem Militärstützpunkt bei Madrid. (AP)

 

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