Aktuelle Nachrichten Welt - News und Hintergründe – Überfall auf pakistanische Polizeiakademie: Blutbad und Panik – Babar Dogar
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Offenbar 35 Geiselnahmen Überfall auf pakistanische Polizeiakademie: Blutbad und Panik

Babar Dogar

30.03.2009

Pakistanisches Paramilitär auf dem Weg zur Akademie. Die zu Hilfe eilenden Sicherheitskräfte, konnten die Angreifer zunächst nur umstellen, aber nicht überwältigen.  (AP Photo/K.M. Chaudary)
Pakistanisches Paramilitär auf dem Weg zur Akademie. Die zu Hilfe eilenden Sicherheitskräfte, konnten die Angreifer zunächst nur umstellen, aber nicht überwältigen. (AP Photo/K.M. Chaudary)

Lahore – Schwerbewaffnete Angreifer haben am Montag eine Polizeiakademie in Pakistan überfallen und ein Blutbad unter den Sicherheitskräften angerichtet. Mindestens elf Beamte wurden getötet und über 90 verletzt. Nach dem Überfall verschanzten sich die Täter auf dem Gelände und lieferten sich stundenlange Schießereien mit den zur Hilfe gerufenen Soldaten. Augenzeugen berichteten von Geiselnahmen. Wer hinter dem Überfall steckt, war unklar. Augenzeugen beschrieben die Täter als „bärtige, junge Männer“.

Die schwerbewaffneten Angreifer haben offenbar 35 Beamte als Geiseln genommen. Etwa elf Bewaffnete hätten sich mit den Geiseln im obersten Stockwerk des Gebäudes in einem Außenbezirk von Lahore verschanzt, erklärte ein Regierungssprecher. Soldaten und Sicherheitskräfte hätten das Gelände umstellt. Vier der Angreifer seien erschossen worden, ein fünfter wurde gefasst. Fernsehaufnahmen zeigten, wie die Sicherheitskräfte einen bärtigen Mann umstellten, mit den Füßen traten und dann abführten.

In der Akademie am Rand der Millionenmetropole Lahore herrscht auch Stunden nach dem Überfall noch Panik. Einige Polizisten versuchten verzweifelt, auf Händen und Füßen über Leichen kriechend aus der Gefahrenzone zu fliehen. Die Sicherheitskräfte konnten die Angreifer nach eigenen Angaben zwar umstellen, aber zunächst nicht überwältigen.

Einige Angreifer trugen Uniformen

Zum Zeitpunkt des Überfalls befanden sich etwa 700 Polizeianwärter auf dem Gelände, wie ein Polizeisprecher der Nachrichtenagentur AP sagte. Der Angriff ereignete sich, während mehrere Dutzend angehende Polizisten ihre Morgenübungen absolvierten. „Wir wurden mit Bomben angegriffen“, berichtete ein verwundeter Polizeianwärter, Mohammad Asif. „Um uns herum war dicker Rauch. Wir rannten in Panik kreuz und quer.“ Ein anderer Beamter, Ahsan Younus, berichtete: „Einige der Angreifer trugen Uniformen.“

Retter tragen einen verletzten Polizisten. (AP Photo/K.M. Chaudary)
Retter tragen einen verletzten Polizisten. (AP Photo/K.M. Chaudary)

Die Art des Überfalls weckte Erinnerungen an den Anschlag auf die srilankische Kricket-Nationalmannschaft vor rund vier Wochen, bei dem – ebenfalls in Lahore – sieben Menschen getötet wurden. Die Täter waren unerkannt entkommen. Auch Erinnerungen an die Anschläge in der indischen Stadt Mumbai (Bombay) wurden wach, denen Ende November 164 Menschen zum Opfer fielen. Für dieses Blutbad wird die pakistanische Extremistengruppe Lashkar-e-Taiba verantwortlich gemacht.

Unterbesetzt und schlecht ausgerüstet

Die pakistanische Regierung ist eine der wichtigsten internationalen Verbündeten der USA im Kampf gegen den Terrorismus. Die Sicherheitskräfte dort kämpfen seit Jahren gegen das Terrornetzwerk Al Kaida und die Taliban, die im pakistanisch-afghanischen Grenzgebiet ihre Schlupflöcher haben. Durchschlagende Erfolge können sie jedoch nicht vorweisen. Die pakistanische Polizei ist oftmals personell unterbesetzt und schlecht ausgerüstet. Das macht sie zu einem leichten Anschlagsziel für islamistische Extremisten. (ap/jel)

 

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