Aktuelle Nachrichten – Pflege
06.04.2009
Leipzig – Fast jeder zweite unheilbar Kranke, der zu Hause betreut wird, leidet unter mittleren bis starken Schmerzen. Das geht aus einer neuen Studie der Uniklinik Leipzig zur häuslichen Palliativversorgung von Tumorpatienten hervor. Viele Patienten seien vor ihrem Tod zu Hause medikamentös unterversorgt, hieß es. Die Patienten und pflegenden Angehörigen bemängelten demnach, dass in kritischen Situationen ambulante professionelle Hilfe oft nicht zur Verfügung stehe.
Projektleiterin Heide Götze betonte, zwar sei es der Wunsch vieler Patienten, zu Hause zu sterben. Um die Situation für alle Beteiligten zu verbessern, müsse aber noch viel getan werden. Die Studie habe auch gezeigt, dass die Angehörigen unter einem hohen psychischen Druck stünden. Sie fühlten sich häufig allein gelassen. Beklagt wurde nach den Angaben, dass Ansprechpartner in belastenden Situationen fehlten. So gebe es auch kaum psychosoziale Hilfe.
Befragt wurden in Leipzig rund 100 häuslich versorgte Palliativpatienten und deren Angehörige. Wie es hieß, können die Ergebnisse der Studie auf weite Teile der Bundesrepublik übertragen werden. Vor allem im ländlichen Bereich sei die Situation oft noch schwieriger. In Leipzig selbst habe sich die Versorgung von zu Hause betreuten Todkranken nach Abschluss der Studie deutlich verbessert. Den Angaben zufolge entstand dort vor einem halben Jahr ein ambulanter Notdienst, der an zwei Hospize angegliedert ist. (AP)
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