US-Kapitän aus der Hand von Piraten befreit – Lara Jakes
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Nach Sprung ins Meer US-Kapitän aus der Hand von Piraten befreit

Lara Jakes

12.04.2009

(AP Photo/U.S. Navy photo)
(AP Photo/U.S. Navy photo)

Washington/Mombasa – Fünf Tage nach seiner Entführung vor der Küste Somalias ist der US-Kapitän Richard Phillips wieder frei. Der 53-Jährige wurde am Sonntag von der US-Marine aus der Hand von Piraten gerettet, wie seine Reederei Maersk Shipping Line mitteilte. Bei der Kommandoaktion seien drei Seeräuber getötet und einer gefangengenommen worden. Dem Kapitän selbst gehe es gut, teilte die Marine später mit. Er werde jetzt auf dem Kriegsschiff „USS Boxer“ medizinisch versorgt. US-Präsident Barack Obama pries den Mut des Geretteten.

Phillips befand sich nach Militärangaben kurz vor seiner Befreiung in unmittelbarer Lebensgefahr. Man sei definitiv zu der Einschätzung gelangt, die Piraten hätten ihre Geisel töten wollen, erklärte ein amerikanischer Militärbeamter am Sonntag in Washington. Angesichts dieser bedrohlichen Situation hätten die mit der Befreiung beauftragten Elitesoldaten gezielt auf die Seeräuber geschossen.

Die vier Seeräuber hatten mit ihrer Geisel seit Mittwoch in einem Rettungsboot der „Maersk Alabama“ ausgeharrt, von der Phillips entführt worden war. Die das Seegebiet patrouillierende US-Marine verhinderte am Samstag, dass andere gekaperte Schiffe, darunter die deutsche „Hansa Stavanger“, den bedrängten Piraten zu Hilfe kommen konnten. Auch konnten die vier Entführer angesichts der Kriegsschiffe nicht mit ihrer Geisel an Land gelangen.

Dennoch hielt sich die US-Marine zunächst zurück, um das Leben des Kapitäns nicht zu gefährden. Über somalische Clanchefs wurden mit den Piraten Verhandlungen aufgenommen, die aber am Samstagabend scheiterten. Laut Gewährsleuten vor Ort hatten die USA darauf bestanden, dass die Piraten festgenommen werden müssten. Die somalischen Vermittler seien jedoch nur bereit gewesen, eine Freilassung von Phillips gegen freies Geleit für die Seeräuber auszuhandeln.

Bei der Befreiungsaktion kam es dann offenbar doch zu einem kurzem Feuergefecht, bei dem der Kapitän nach Angaben der Marine aber unversehrt blieb. Der gefangene Pirat befand sich am Sonntagabend in US-Militärgewahrsam. Ein Beamter der Bundespolizei FBI erklärte jedoch, er werde wohl eher vor ein ziviles Strafgericht gestellt. Der Fall werde aber noch geprüft.

Kapitän als Held gefeiert

Die Mannschaft von Phillips brach in Jubelrufe aus, als sie von der Befreiung ihres Kapitäns hörte. Die 19 Besatzungsmitglieder des Frachters „Maersk Alabama“ waren am Samstagabend sicher im kenianischen Hafen Mombasa eingetroffen. Sie feierten Phillips als Helden. „Er hat unser Leben gerettet“, sagte ein Matrose. Demnach wies der Kapitän die Mannschaft bei dem Piratenüberfall an, sich in Sicherheit zu bringen und einzuschließen. Dann habe er sich den somalischen Seeräubern ergeben, um seine Männer zu retten.

Die „Maersk Alabama“ soll von FBI-Spezialisten überprüft werden. Das Schiff sei in ein Verbrechen hineingezogen worden, so dass eine Spurensicherung notwendig sei, teilte die Reederei Maersk Shipping Line im US-Staat Virginia mit. Ferner solle die 19-köpfige Besatzung detailliert vernommen werden. Deshalb dürften die Männer vorerst auch noch nicht von Bord gehen.

US-Präsident Barack Obama hat die Rettungsaktion vor Somalia nach Angaben aus Regierungskreisen persönlich angeordnet. Er selbst erklärte am Sonntag, die Sicherheit von Kapitän Richard Philipps habe für ihn stets höchste Priorität gehabt. Obama lobte die erfolgreiche Militäraktion sowie den Mut des Kapitäns, der sich für seine Mannschaft geopfert habe. Er sei „ein Vorbild für alle Amerikaner“. (AP)

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