Aktuelle Nachrichten – Medizin
17.04.2009
London – Eine Chemo- oder Strahlentherapie verursacht bei vielen Menschen unangenehme Nebenwirkungen wie etwa Übelkeit, Wunden im Mundraum oder Hautprobleme. Jeder dritte Patient versucht, solche Begleiterscheinungen mit Hilfe alternativmedizinischer Verfahren abzumildern. Dabei können homöopathische Mittel offenbar unter Umständen helfen, wie eine britische Metaanalyse ergab.
Darin werteten Mediziner des Royal London Homeopathic Hospital acht Studien mit insgesamt 664 Patienten aus. Die Untersuchungen gelangten zu unterschiedlichen Resultaten, wobei zwei Studien eine lindernde Wirkung belegten. In einer davon half bei einer Strahlentherapie eine homöopathische Calendula-Salbe eher gegen Hautirritationen als das Mittel Trolamin. Und bei einer Chemotherapie linderte ein homöopathisches Produkt Wunden im Mundraum besser als ein Scheinpräparat.
Vier Studien zeigten dagegen keine Wirkung homöopathischer Produkte. Dazu zählten zwei Untersuchungen, die den Effekt solcher Mittel an Brustkrebspatientinnen mit Wechseljahrsbeschwerden prüften. „Wir fanden vorläufige Daten, die darauf hindeuten, dass zwei homöopathische Medikamente unter besonderen Bedingungen nützlich sein können“, schreibt Studienleiterin Sosie Kassab in der „Cochrane Database of Systematic Reviews“. Dass andere Präparate die Nebenwirkungen einer Krebstherapie lindern könnten, sei dagegen bislang nicht belegt. Hier gebe es noch Forschungsbedarf. Hinweise auf Risiken einer homöopathischen Behandlung fanden die Forscher nicht.
(Quelle: „Cochrane Database of Systematic Reviews“, 2009, Issue 2, CD004845) (AP)
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