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Chronik der Ereignisse Terror-Prozess gegen Sauerland-Gruppe

DAPD

22.04.2009

Kurz vor dem Jahrestag der Anschläge vom 11. September wurden 2007 drei mutmassliche Terroristen der so genannten Sauerland-Gruppe festgenommen, zwei Monate später der vierte. Heute beginnt vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf der Prozess gegen die Männer. (AP Photo/Michael Probst)
Kurz vor dem Jahrestag der Anschläge vom 11. September wurden 2007 drei mutmassliche Terroristen der so genannten Sauerland-Gruppe festgenommen, zwei Monate später der vierte. Heute beginnt vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf der Prozess gegen die Männer. (AP Photo/Michael Probst)

Düsseldorf – Der Prozess gegen die so genannte Sauerland-Gruppe hat am Mittwoch vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf begonnen. Die vier Männer sollen Anschläge auf US-Einrichtungen in Deutschland geplant haben. Drei von ihnen wurden im September 2007 in einem Ferienhaus im Sauerland festgenommen, ein vierter zwei Monate später in der Türkei. Nachfolgend eine Chronik der Ereignisse:

Mitte 2006: Fritz Gelowicz, Adem Yilmaz und Daniel Schneider werden den Ermittlungen zufolge Mitglieder der Terrorvereinigung Islamische Dschihad Union (IJU), die auch Kontakte zum Terrornetzwerk Al Kaida unterhält. Die Männer durchlaufen eine ideologische und militärische Schulung in einem Ausbildungslager der IJU.

Dezember 2006: Gelowicz beginnt laut Bundesanwaltschaft in Deutschland mit der Vorbereitung von Anschlägen, sucht nach einem geeigneten Anbieter von Wasserstoffperoxid für den Bombenbau und mietet eine Garage im Raum Freudenstadt für die Lagerung der Chemikalie. Später späht er unter anderem mit Selek zwei Liegenschaften der US-Armee in Hanau aus.

Februar 2007: Den Ermittlungen zufolge tut sich der den Anklägern als Rädelsführer geltende Gelowicz spätestens jetzt mit Yilmaz, Schneider und dem ebenfalls beteiligten Attila Selek zu einer eigenen Zelle der IJU zusammen, die Sprengstoffattentate in Deutschland plant. Die Männer tauschen sich über E-Mail-Accounts aus, in denen sie Mail-Entwürfe speichern. Sie nutzen wechselnde Internet-Cafés und ungeschützte WLAN-Netzwerke.

2. September 2007: Gelowicz, Yilmaz und Schneider fahren zu einem von ihnen angemieteten Ferienhaus im sauerländischen Medebach-Oberschledorn, wo sie die Sprengsätze zusammenbauen wollen.

3. September: Die Männer fahren laut Anklage nach Dortmund und kaufen dort unter anderem Kabel, Schalter, Batterien, Platinen, Lötkolben und Edelstahl-Kochtöpfe.

4. September: In dem Ferienhaus beginnen die drei Männer damit, Zündvorrichtungen zusammenzubauen und die für die Sprengsätze benötigte Wasserstoffperoxid-Lösung aufzukochen. Dann greifen die Ermittler zu: In einer spektakulären Polizei-Aktion werden die Verdächtigen festgenommen. Bei einem Fluchtversuch kommt es zu einer Rangelei zwischen Schneider und einem Polizisten, bei dem der Verdächtige dem Beamten die Pistole entreißt und schießt. Er verfehlt den Polizisten jedoch.

5. September: Die Bundesanwaltschaft erhebt Anklage gegen die drei Männer, die seitdem in Untersuchungshaft sitzen.

6. November: In der türkischen Stadt Konya wird der vierte Angeklagte Attila Selek festgenommen. Er soll unter anderem für die Beschaffung der insgesamt 26 Sprengzünder verantwortlich gewesen sein, die bei bei der Festnahmeaktion im Sauerland sichergestellt wurden.

20. November 2008: Selek wird von der Türkei nach Deutschland ausgeliefert und einen Tag später dem zuständigen Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs vorgeführt. Er sitzt seither in Untersuchungshaft.

22. April 2009: Vor dem 6. Strafsenat des Oberlandesgerichts Düsseldorf beginnt der Prozess gegen die vier Männer. Er findet im Hochsicherheitstrakt des Gerichts statt. (AP)

 

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