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02.08.2009
Mexiko-Stadt – Das fanden die Urlauber gar nicht lustig: Ihr puderzuckerweißes Strandparadies war abgeriegelt von gelbem Flatterband und bewaffneten Uniformierten wie ein Tatort. Das war es auch – nach Auffassung der mexikanischen Umweltschutzbehörde. Sie ließ einen Hotelstrand im Badeort Cancun sperren, weil der Sand illegal aufgeschüttet worden sein soll.
„Dieses Hotel hat die Gäste aufgefordert: 'Kommt hierher, ich habe Sand! Die anderen Hotels nicht – weil ich ihn gestohlen habe'“, begründete der Umweltbeauftragte Patricio Patron das Einschreiten seiner Leute mit Unterstützung von Marinesoldaten.
Nach dem Hurrikan „Wilma“ 2005 gab Mexiko umgerechnet 13,5 Millionen Euro dafür, die zerstörten Strände in Cancun wieder aufzuschütten. Doch einen großen Teil des vom Meeresgrund gepumpten Sandes hat sich das Meer schon wieder zurückgeholt. Daher ließen einige Grundstücksbesitzer Wellenbrecher errichten, um den Sand zurückzuhalten. Häufig allerdings hat das nur den Effekt, dass der Sand eben ein Stückchen strandabwärts weggespült wird.
Ein Wellenbrecher zum Schaden der Konkurrenz wird nun auch dem betroffenen Hotel zum Vorwurf gemacht. Fünf Personen wurden festgenommen, die Sand vom Meeresboden vor das Haus gepumpt haben sollen. Das Hotel hatte nach Behördenangaben auf vorherige Aufforderungen, den Wellenbrecher zu beseitigen, nicht reagiert.
Verärgert standen Urlauber vor der Absperrung. Sie habe extra ein Zimmer am Meer gebucht und finde sich jetzt vom Wasser abgeschnitten, klagte Maria Bachino aus Uruguay. „Die haben uns Strand versprochen!“, empörte sie sich. „Das ist sehr unangenehm. Das ist beängstigend“, fügte sie mit Blick auf die Marinesoldaten hinzu.
Der Umweltbeauftragte Patron bedauerte die Unannehmlichkeiten. Er verwies darauf, dass die Regierung alle Strände in Cancun auf ordentliche und umweltgerechte Weise wiederzustellen plane: „Ich entschuldige mich bei den Touristen. Aber hier geht es darum, die Gesetze einzuhalten.“ (AP)
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