Aktuelle Nachrichten – Deutschland
12.08.2009
Hamburg – Die italienische Mafia ist einem „Zeit“-Bericht zufolge inzwischen fest in Deutschland verwurzelt. Allein 229 Familienclans mit insgesamt 900 Personen der Mafia-ähnlichen Organisation 'Ndrangheta seien in Deutschland aktiv, berichtete die Zeitung am Mittwoch vorab unter Berufung auf eine als vertraulich eingestufte Studie des Bundeskriminalamts. Das Amt wollte den Bericht auf AP-Anfrage nicht kommentieren.
In dem Lagebericht des BKA geht es laut „Zeit“ um Waffenhandel, Mord, Geldwäsche, Drogenhandel, Giftmüllentsorgung und Schutzgelderpressung. Darin seien hunderte Restaurants in Deutschland aufgelistet, die der Mafia gehören sollen. Allein von den Familienclans aus der süditalienischen Mafia-Hochburg San Luca hätten 200 Mitglieder ihren Wohnsitz in Deutschland. Besonders viele von ihnen seien in Nordrhein-Westfalen, Hessen, Bayern und Baden-Württemberg zu Hause.
In Ostdeutschland hätten die Mafiabosse Teile des Immobilienmarktes – meist unbemerkt von der Öffentlichkeit – unter sich aufgeteilt.
Den weltweiten Umsatz der 'Ndrangheta im Drogenhandel hatte „Report München“ im Frühjahr mit jährlich mehr als 40 Milliarden Euro beziffert. Auch das Konto der 'Ndrangheta geht Ermittlern zufolge auch das aufsehenerregendste Mafia-Verbrechen in Deutschland der letzten Jahre: die Tötung von sechs Italienern in Duisburg am 15. August 2007. Der mutmaßliche Haupttäter Giovanni Strangio war im März in Amsterdam festgenommen worden. (AP)
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