Pflege – Diabetiker sollten auch bei Polyneuropathie Sport treiben – DAPD
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Schwimmen besser als Joggen Diabetiker sollten auch bei Polyneuropathie Sport treiben

DAPD

21.08.2009

Frankfurt/Main – Auch eine Polyneuropathie sollte Diabetiker keinesfalls vom Sport abhalten. Allerdings müssten sie bei der Wahl ihrer Aktivität jene besonderen Einschränkungen berücksichtigen, die Folge der Nervenschädigung in Armen und Beinen sei, erklärt Holger Grehl von der Deutschen Gesellschaft für Neurologie. So sei bei Ausdauersportarten beispielsweise Schwimmen besser als Joggen oder Walking, weil dabei die Füße nur wenig belastet würden.

An einer Polyneuropathie leiden vor allem ältere Menschen. Rund drei Prozent der über 60-Jährigen sind Schätzungen zufolge von der Erkrankung betroffen. Die häufigsten Ursachen sind nach Angaben Grehls Diabetes und chronischer Alkoholmissbrauch. Bei der diabetischen Polyneuropathie komme es zu krankhaften Veränderungen an kleinsten Gefäßen, die die Nervenfasern außerhalb von Gehirn und Rückenmark mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgten, erläutert der Facharzt. Zudem könne der erhöhte Blutzuckerspiegel dazu führen, dass die Gefäße verklebten.

In beiden Fällen kommt es laut Grehl zu einer Unterversorgung von Nervenzellen, die dann auch zugrunde gehen können. Die Folge sei eine Störung bei der Reizaufnahme und -weiterleitung. Die ersten Beschwerden seien häufig Missempfindungen wie Kribbeln und Brennen an Füßen und Händen. Später werden nach Angaben des Neurologen Berührung und Schmerz nur noch vermindert oder gar nicht mehr wahrgenommen, das Wärme-Kälte-Empfinden ist gestört, und es können Lähmungen auftreten.

„Viele Diabetiker leiden infolge der Polyneuropathie unter brennenden Schmerzen, Lähmungen, Taubheitsgefühlen oder Kribbeln in den Füßen. Diese Beschwerden halten die Betroffenen oft von sportlicher Betätigung ab“, sagt Grehl. Ausdauersport sei jedoch für Zuckerkranke – mit oder ohne Polyneuropathie – sehr wichtig: Er helfe gegen Übergewicht, fördere die Durchblutung und verbessere die Insulinempfindlichkeit und damit die Glukoseaufnahme der Körperzellen, sodass der Blutzuckerspiegel besser unter Kontrolle bleibe.

http://www.neurologen-im-netz.de (AP)

 

 
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