Konsum – Deutsches Gasnetz ist krisenfest – DAPD
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Deutscher Gasmarkt für zukünftige Krisen gewappnet Deutsches Gasnetz ist krisenfest

DAPD

23.08.2009

Bonn – Die deutsche Gaswirtschaft ist für Krisen und Lieferengpässe gut gewappnet. Das geht aus einer am Freitag vorgelegten Analyse der Bundesnetzagentur zu den Auswirkungen des russisch-ukrainischen Gasstreits im vergangenen Winter hervor. Das Fazit der Behörde: Die Versorgungssicherheit in Deutschland wäre auch dann noch gesichert gewesen, wenn die Krise wesentlich länger angedauert hätte.

„Der deutsche Gasmarkt hat den Stresstest bestanden und ist grundsätzlich auch für zukünftige Krisen gewappnet. Das ist eine beruhigende Nachricht für die Verbraucher“, lobte der Präsident der Bundesnetzagentur, Matthias Kurth, im Gespräch mit dem „Handelsblatt“.

Im Januar 2009 hatte der russisch-ukrainische Streit zu einer zweiwöchigen Unterbrechung der russischen Gaslieferungen über die Ukraine nach Westeuropa geführt. Über diese Leitungen fließt normalerweise der größte Teil der russischen Exporte. Verschärft wurde die Situation durch eine Kältewelle in Westeuropa.

Höhere Gasimporte aus dem Westen

Den deutschen Versorgern sei es gelungen, die „ernstzunehmende Situation“ ohne Probleme für die Verbraucher zu lösen und sogar noch den von der Krise besonders betroffenen südosteuropäischen Staaten mit Gaslieferungen unter die Arme zu greifen, lobte Kurth.

Dabei hätten die deutschen Versorgern auf ihren großen Gasspeicher zurückgreifen können. Außerdem seien die Importe aus Norwegen und den Niederlanden spürbar erhöht worden. Russland habe einen Teil der Lieferausfälle durch die verstärkte Nutzung anderer Pipelineverbindungen wettgemacht.

Die Studie zeigt, das während der zweiwöchigen Gaskrise mitten im Winter die Gaslieferungen aus Russland um 30 Prozent einbrachen. Dem stand jedoch eine Erhöhung der Einfuhren aus dem Westen um 48 Prozent entgegen. Unter dem Strich stiegen dadurch die Gasimporte nach Deutschland während der Gaskrise sogar um 6 Prozent.

Zeitweise kam fast die Hälfte des Gases aus Speichern

Gleichzeitig griffen die Gasversorger angesichts der witterungsbedingt starken Nachfrage in großem Ausmaß auf ihre Vorräte zurück. Insgesamt stieg die Entnahme aus den deutschen Gasspeichern während der Krise um 51 Prozent. Am Spitzentag, dem 9. Januar, stammte 45 Prozent der in Deutschland verbrauchten Gasmenge aus den unterirdischen Speichern. Dennoch erwiesen die Vorräte als mehr als ausreichend. Waren die Speicher zu Beginn der Krise zu 76,6 Prozent gefüllt, so waren es am Ende immer noch 64,5 Prozent.

Deutschland verfügt weltweit über die viergrößten Gasspeicherkapazitäten. Insgesamt können die deutschen Versorger knapp 20 Milliarden Kubikmeter Gas speichern. Zudem planen die Gasversorger zurzeit die Errichtung zahlreicher weiterer Speicher. Dadurch könnten sich die Speicherkapazitäten nach Angaben der Bundesnetzagentur in den nächsten zehn Jahren fast noch einmal verdoppeln.

http://www.bundesnetzagentur.de (AP)

 

 
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