Konsum – IFA trotzt der Krise und setzt auf die grüne Karte – Holger Mehlig
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IFA in Berlin IFA trotzt der Krise und setzt auf die grüne Karte

Holger Mehlig

03.09.2009

Berlin – Die 49. IFA in Berlin trotzt der Wirtschaftskrise und setzt erneut auf das Thema Energieeffizienz. Vom 4. bis 9. September sind mit 1.164 Ausstellern aus mehr als 60 Ländern nicht viel weniger als im vergangenen Rekordjahr (1.245) dabei. Auch das Ordervolumen soll den Höchststand von 2008 mit drei Milliarden Euro erneut erreichen.

Auch die Ausstellungsfläche entspreche mit 121.000 Quadratmetern dem Stand des Vorjahres (122.000 Quadratmeter), sagte der Geschäftsführer der Messe Berlin, Christian Göke. Dies sei die wichtigste Kennziffer, da sie zeige, dass die Industrie weiterhin auf Rekordniveau in die Veranstaltung investiere. Und es gebe auch prominente Rückkehrer wie Pioneer, Sennheiser und Vodafone. Zudem seien alle großen Fernsehstationen live dabei. Auch international werde die Messe immer stärker wahrgenommen.

Keine massiven Umsatzeinbrüche

Im Mittelpunkt stehen wieder immer flacher und schärfer werdende Fernseher, das hochauflösende Fernsehen HDTV, Digitalkameras, Notebooks, Navigationsgeräte und Audio-Anlagen. Zum zweiten Mal dabei sind Haushaltselektrogeräte. Nach dem großen Erfolg von 2008 wuchs ihre Ausstellungsfläche von vier auf sieben Hallen.

Anders als in anderen europäischen Ländern hat die Branche hierzulande nicht unter Einsatzeinbrüchen infolge der Krise zu leiden. Zwar schrumpfte im ersten Halbjahr der Consumer-Electronics-Markt in Deutschland um 1,6 Prozent, in Gesamt-Europa jedoch um neun Prozent, wie der Vorsitzende des Aufsichtsrats des IFA-Veranstalters Gesellschaft für Unterhaltungs- und Kommunikatioonselektronik, Rainer Hecker, sagte.

Für das Gesamtjahr erwartet Hecker einen Rückgang von 1,5 Prozent. Bei den Haushaltsgroß- und -kleingeräten wuchs der Markt in Deutschland den Angaben zufolge im ersten Halbjahr sogar um vier Prozent. Bis zum Jahresende wird mit einer Steigerung von insgesamt drei Prozent gerechnet.

Prämie für umweltfreundliche Kühlschränke gefordert

Um den Erwerb von Kühlschränken attraktiver zu machen, schlägt die Branche eine Prämie für besonders energiesparende Modelle vor. „Wir sind hart mit Bundesumwelt- und Wirtschaftsministerium am verhandeln“, sagte das Vorstandsmitglied des Zentralverbands Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI), Reinhard Zinkann. Umweltfreundliche Geräte seien wegen der Technologie teuer. Um den Verbraucher zum Kauf eines solchen Geräts zu stimulieren, sollte er eine Prämie bekommen. Derzeit stehen in deutschen Haushalten rund 54 Millionen stromfressende Geräte, die nicht über die höchsten Effizienzklassen A oder A++ verfügen.

Auch bei den Deutschen trifft das Thema Energieeffizienz den Nerv: Beim Kauf von Elektrogeräten achten sie mehr als Verbraucher anderer Nationen darauf. Das ergab eine Umfrage, die die gfu präsentierte. Die Verbraucher sollten auf einer Skala von eins (unwichtig) bis zehn (sehr wichtig) angeben, was ihnen das Thema Umweltfreundlichkeit beim Kauf von Elektrogeräten bedeutet. Die Deutschen lagen mit dem Wert 9,0 vorn. Dahinter folgen Italien (8,8), Frankreich (7,8), Großbritannien (7,7) und die USA (7,5).

Zur Eröffnungsgala werden neben Merkel auch der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit und weitere 500 Gäste aus den Bereichen Wirtschaft, Politik und Unterhaltung erwartet. Für das Publikum öffnet die Messe am Freitag ihre Pforten. Sie läuft bis 9. September. Wieder sollen mehr als 200.000 Besucher auf das Messegelände unter dem Funkturm pilgern.

http://www.ifa-berlin.de/

http://www.gfu.de/

http://www.messe-berlin.de/ (AP)

 

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