Berlin – Dreidimensionale, digitale Fernsehbilder sollen schon ab dem kommenden Jahr in heimischen Wohnzimmern zu bewundern sein. Die japanischen Hersteller Sony und Panasonic kündigten unmittelbar vor Eröffnung der 49. IFA in Berlin am Donnerstag an, 2010 3D-Geräte einführen zu wollen. Auch bei anderen Unternehmen wie Philips und Vestel soll in die Technologie investiert werden. 3D-Filme sollen dann ebenfalls in großer Breite da sein: Mit den Studios in Hollywood habe man entsprechende Vereinbarungen getroffen.
Panasonic erklärte, 2010 werde man 3D-Welten nach Hause liefern. Man fühle sich dann, als sei man selbst unmittelbar in der Szene. Der Hersteller zeigte 3D-Camcorder, Blu-ray-Player und Fernseher und sieht sich in der führenden Rolle, weil von Aufnahme- bis Abspielgeräten alles im Sortiment sein werde. Man setze bei den Fernsehern auf die Plasma-Technologie, um realistische Bilder zu zeigen.
Ähnlich äußerte sich Sony, das ebenfalls den Start des Home-3D-Geschäfts bekanntgab. „3D ist klar auf dem Weg, ein Massenmarkt zu werden“, sagte Sony-Präsident Howard Stringer. „2010 bringen wir Filme, Spiele und Sportveranstaltungen ins Haus“.
Geplant seien ebenfalls 3D-Fernseher. Blu-ray-Player, Laptops und die Playstation würden auch 3D-tauglich gemacht. Allerdings benötigen die Zuschauer sowohl bei Panasonic als auch bei Sony eine spezielle Brille, um die Inhalte dreidimensional erleben zu können. Stringer wies auf die geradezu explosionsartig gestiegene Anzahl digitaler 3-D-Kinoleinwänden. Für Ende 2009 prognostizierte er eine Zahl von 7.000.
Philips will zwar auch in 3-D investieren, hat sich aber noch nicht für eine Technologie entschieden. Jede habe Vor- und Nachteile, wie beispielsweise das Tragen einer Brille, hieß es. Es gebe zwar schon Systeme, für die keine Brille benötigt würden, diese seien aber noch nicht ausgereift genug. Die Technologie sei noch nicht stabil genug.
Derweil kündigte die Telekom an, Festnetz- und Mobilfunksparte verschmelzen zu wollen. Die bislang eigenständigen Marken T-Home und T-Mobile sollen möglichst im ersten Quartal 2010 zu einer neuen Deutschlandgesellschaft verschmelzen, wie Telekom-Vorstandsmitglied Christian Illek in einem AP-Gespräch sagte. Einen Arbeitsplatzabbau werde dies nicht zur Folge haben, betonte Illek.
Die neue Gesellschaft, deren Name noch nicht feststehe, mit dann rund 80.000 Mitarbeitern könne integrierte Leistungen anbieten, von denen sowohl Mobilfunk- als auch Festnetzkunden profitieren, sagte Illek. Zunächst müsse darüber aber noch die für den 19. November in Hannover angesetzte Hauptversammlung abstimmen.
Telekom-Vorstandsmitglied Niek Jan van Damme erklärte, wenn das Ziel erreicht werde, einem Prozent der Festnetzkunden auch Mobilfunk und einem Prozent der Mobilfunkkunden Festnetz zu verkaufen, ergebe dies ein Potenzial von 100 Millionen Euro Umsatz pro Jahr. Die Telekom verlor im letzten Jahr rund zwei Millionen Kunden für Festnetzanschlüsse. Für dieses Jahr rechnet der Konzern mit einem Verlust von unter zwei Millionen Kunden.
Bundeskanzlerin Angela Merkel sollte die IFA am heutigen Donnerstagabend eröffnen. Für das Publikum öffnet die Messe am Freitag. Erwartet werden bis 9. September wieder mehr als 200.000 Besucher.
http://www.ifa-berlin.de/ (AP)