50 Millionen Jahre alter Baumstamm säumt Eingang zu Zentralmagazin
50 Millionen Jahre alter Baumstamm säumt Eingang zu Zentralmagazin
Foto: Jens Schlueter

Martin-Luther-Universität

50 Millionen Jahre alter Baumstamm säumt Eingang zu Zentralmagazin

Epoch Times, Montag, 10. Dezember 2012 17:40

Halle – Die Zahl klingt gigantisch, die der Leiter des Zentralmagazins Naturwissenschaftlicher Sammlungen der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg nennt. Über mehr als 5,3 Millionen naturwissenschaftliche Objekte verfüge die Hochschule, sagt Frank Steinheimer. Drei davon sind seit Montag vor dem Haupteingang des Magazins zu bewundern: ein 40 bis 50 Millionen Jahre alter fossiler Baumstamm sowie zwei große Kalkkugeln mit einem Durchmesser von jeweils eineinhalb Metern aus dem ehemaligen Braunkohlentagebau Mücheln im Geiseltal.

Diese Zeugnisse der Erdgeschichte aus dem Geiseltal im Südwesten von Halle waren bis vor einem Jahr noch im Innenhof der Neuen Residenz der Saalestadt zu sehen. Im Geiseltalmuseum konnten die Besucher etwa 50 Jahre lang die Kugeln (Riesenkalzitsphärite) und den Baumstamm bewundern. Über die Jahre hinweg hätten jedoch Regen, Schnee und Frost den Funden zugesetzt, sagte Steinheimer. Die Leitung des Zentralmagazins habe daher die Kugeln, die sich im Laufe der Jahrtausende durch Ablagerungen um einen Kern bildeten, und den bis dahin zweigeteilten kalkig erhaltenen mehr als fünf Meter langen Baumstamm bergen lassen.

Die Spezialfirma Bennert aus den sächsischen Wiedemar nahm sich der tonnenschweren Zeugnisse an. Steinmetzmeister Torsten Arndt zeigt auf den sanierten Stamm, der wie die beiden Kugeln auf einem Tieflader zum neuen Bestimmungsort am Domplatz transportiert wurde. Der Stamm habe im Inneren eine Edelstahl-Armierung und ein Korsett erhalten, damit die versteinerte Sumpfzypresse aufgerichtet und mit Seilen abgesichert werden könne, sagt der Steinmetz. Die Kugeln seien vor einem Jahr in die durch Risse und Spalten entstandenen Einzelteile zerlegt und zur Restaurierung in die Werkshalle der Firma transportiert worden. Dort seien sie mit Expoxidharz wieder zusammengefügt und mit einer Schutzschicht versehen worden.

Allein mit purer Muskelkraft ist den Funden nicht Herr zu werden. Ein Kran hievt am Montag zunächst die 5,5 und 5,6 Tonnen schweren Kugeln und dann den 5,4 Tonnen schweren Stamm auf die vorbereiteten Fundamente vor dem Eingang des Zentralmagazin-Gebäudes, das unter Denkmalschutz steht. Auch die Funde zählten nach dem Naturschutzrecht bereits seit 1975 zu den als Einzelobjekten geschützten Naturdenkmälern. Zudem seien sie als "Geotop" und nationales Kulturgut registriert, sagt Steinheimer.

dapd

 





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