Frankfurt/Main – Junge und alte Menschen nehmen sich statistisch gesehen häufiger das Leben als andere Bevölkerungsgruppen. Das Nationale Suizid Präventionsprogramm hat deshalb gerade für diese Menschen und ihre Angehörigen einen Ratgeber mit Hilfen zur Vorbeugung eines Freitods erstellt.
Allgemein gilt die Regel: Je konkreter die Suizidgedanken geäußert werden, desto größer ist die Gefahr. Außerdem gibt es folgende Alarmzeichen:
- sozialer Rückzug
- traurige, gedrückte Stimmung, Stimmungsschwankungen
- Veränderung der äußeren Erscheinung
- schriftliche oder verbale Äußerungen in Bezug auf Suizid
- konkrete Handlungen zur Vorbereitung einer suizidalen Handlung
- Zeichnungen und Symbole
- aggressiv abwehrendes Verhalten
Bei jüngeren Menschen empfehlen Psychologen:
- sich um einen vertrauensvollen Kontakt bemühen
- Vorhaltungen möglichst vermeiden
- geduldiges und aufmerksames Zuhören
- konkret nach Suizidgedanken fragen (die Sorge, dadurch Suizidimpulse anzuregen, ist unbegründet)
- vermitteln von Zuversicht, dass es Hilfe gibt, auch wenn der Betroffene zunächst abwehrend reagiert
- Vermittlung von professionellen Hilfeangeboten
Im Gespräch mit älteren Menschen ist zu beachten:
- nicht-wertendes Gesprächsverhalten
- Menschen sollen sich in ihrer Not angenommen fühlen
- Todeswünsche, suizidale Gedanken und Absichten offen ansprechen
- nicht verharmlosen, aber auch nicht dramatisieren
- Gründe, Begleitumstände und akute Auslöser besprechen
- lebensgeschichtliche Zusammenhänge verstehen und einbeziehen
- Möglichkeiten der Unterstützung im sozialen Umfeld erkunden, Bezugspersonen, soziale Dienste, medizinische Hilfen
- Angebot zur Fortsetzung des Gesprächskontakts machen (AP)
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