Aktuelle Nachrichten – China - Wirtschaft
22.11.2009
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Hegang/China – Beim schwersten Grubenunglück in China seit zwei Jahren sind mindestens 87 Bergarbeiter ums Leben gekommen. Eine Gasansammlung führte am Samstag zu einer Explosion im Kohlebergwerk Xinming nahe der russischen Grenze, wie die Behörde für Arbeitssicherheit mitteilte. Die anfängliche Hoffnung, noch viele verschüttete Kumpel lebend zu bergen, zerstob während der Rettungsarbeiten in der Nacht zum Sonntag: Die bestätigte Zahl der Toten verdoppelte sich.
528 Bergarbeiter waren zum Zeitpunkt der Explosion unter Tage, 420 überlebten nach einer Meldung der amtlichen Nachrichtenagentur Xinhua das Unglück in dem Staatsbetrieb in der Provinz Heilongjiang. Die Rettungsmannschaften suchten am Sonntag weiter nach noch 21 vermissten Bergarbeitern. „Solange wir sie nicht gefunden haben, heißt das für uns, dass sie noch am Leben sind“, sagte Unternehmenssprecher San Jingguang. Der Direktor, sein Stellvertreter und der Chefingenieur des Bergwerks seien noch am Samstag entlassen worden, sagte ein Mitarbeiter des Unternehmens, der seinen Namen nicht nennen wollte.
Am Sonntag stieg Dampf von der Explosionsstelle auf. Ein Gebäude in der unmittelbaren Nähe war eingestürzt, überall auf dem Gelände von der Polizei abgesperrten Gelände lagen Glasscherben und Metallteile.
Für die chinesische Regierung ist das Unglück ein Rückschlag in ihren Bemühungen, in den berüchtigt unsicheren Bergwerken bessere Arbeitsbedingungen durchzusetzen. In ihrer Initiative für bessere Sicherheitsvorkehrungen werden die Standards staatlicher Bergwerke vor denen privater Minen gesehen. Das Unglück ereignete sich in einem Bergwerk der staatlichen Gruppe Heilongjiang Longmei.
Im Xingming-Bergwerk wird seit 1917 Kohle gefördert. Der Gouverneur der Provinz Heilongjiang, Ki Zhanshu, rief nach dem Unglück alle Verantwortlichen zu einem besseren Management der Bergwerke auf. „Entwicklung ist wichtig, das Wachstum des Bruttoinlandsproduktes sollte aber nicht um den Preis des Blutes der Bergarbeiter erzielt werden“, sagte er laut Xinhua.
Die rund 16.000 chinesischen Bergwerke sind die gefährlichsten der Welt. Nach der Schließung von 1.000 besonders unsicheren privat betriebenen Minen ist die durchschnittliche Zahl der täglichen Todesopfer nach Regierungsangaben um die Hälfte auf sechs gesunken. Bei elf Grubenunglücken in den ersten neun Monaten dieses Jahres kamen 303 Bergarbeiter ums Leben. Im Dezember 2007 wurden bei einer Gasexplosion in einem Kohlebergwerk der nordchinesischen Provinz Shanxi 105 Menschen getötet. (AP)
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