Aktuelle Nachrichten – China - Wirtschaft
23.11.2009
Foto: AP Photo/Andy Wong
Hegang/China – Beim schwersten Grubenunglück in China seit zwei Jahren ist die Zahl der Todesopfer am Montag auf mindestens 104 gestiegen. Vier Arbeiter wurden nach der schweren unterirdischen Gasexplosion am Samstag in einem Bergwerk in der nordostchinesischen Provinz Heilongjiang noch vermisst, wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua meldete. Vor dem Büro der Minengesellschaft in der Stadt Hegang versammelten sich trauernde Angehörige, die sich darüber beklagten, dass sie nicht informiert wurden.
Es hatte zudem auch den Anschein, als seien die Rettungsarbeiten zwei Tage nach dem Unglück eingestellt worden. Zum Zeitpunkt der schweren Gasexplosion waren 500 Arbeiter unter Tage. Die meisten von ihnen konnten sich aber noch retten. Das Unglück zeigte einmal mehr, wie hoch der Preis für den Energiehunger der boomenden chinesischen Wirtschaft ist. Die rund 16.000 chinesischen Bergwerke sind die gefährlichsten der Welt. Nach der Schließung von 1.000 besonders unsicheren privat betriebenen Minen ist die durchschnittliche Zahl der täglichen Todesopfer nach Regierungsangaben um die Hälfte gesunken.
Das Unglück in Heilongjiang in der Nähe der Grenze zu Russland ereignete sich aber in einem staatlichen Bergwerk, das der Heilongjiang Longmei Mining Holding Group gehört. „Wir dachten, die staatlichen Minen wären sicher“, klagte die 38-jährige Liu Shujiu, deren Mann ums Leben kam. „Warum musste er sterben?“ Wegen der Explosion wurden der Direktor des Bergwerks, sein Stellvertreter und der Leitende Ingenieur gefeuert. (AP)
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